Sonntag, 17. März 2013

Ein fast normales Wochenende (3)

Wir erreichten den Messeparkplatz und fanden glücklicherweise zügig eine Abstellmöglichkeit für unseren Balduin. Voll bepackt warteten wird auf den Rest der Truppe und marschierten danach in Richtung Halle – nicht, ohne auf dem Weg von Passanten beachtet und angesprochen zu werden, denn die Kostüme fielen auch in ihren teilweise transparenten Transportverpackungen schon auf. Am Bühneneingang warteten wir, bis Alexandra mit dem Garderobenschlüssel kam. Dieser Eingang befand sich in der Nähe der Bühne, so daß wir schon sehen konnten, daß auch der Zuschauerbereich vor der Bühne gut gefüllt war. Zur Zeit gab es den Auftritt einer Boogie Woogie-Truppe zu sehen. Man kannte sich schon aus den letzten Jahren. Doch zum Gucken blieb keine Zeit, die Garderobe wartete. Ausgerechnet heute, als die Mädels mit recht hoher Personenstärke anrückten, stand nur ein relativ kleiner Raum zur Verfügung. Wie gut, daß ich mit den darin vermutlich stattfindenden Dramen nichts zu tun haben würde. Ich hatte noch die Gelegenheit, mein Gepäck entsprechend abzustellen, mir Stativ und Kamera zu schnappen und wurde auch schon rausgeschmissen. So hatte ich Zeit genug, mir einen schönen Platz für die Kamera zu suchen.

Die Messe selber fand ich in den letzten Jahren total uninteressant. Ein zuvor in das Ausstellerverzeichnis geworfener Blick hatte mir schon verraten, daß sich das auch in diesem Jahr nicht ändern würde, so daß ich keine Zeit für einen Rundgang verschwendete. Auf der Bühne näherte sich die Boogie Woogie-Show ihrem Ende. Danach würden sich die Zuschauer wieder etwas verlaufen, was mir etwas Platz verschaffen sollte. Irgendwie musste ich eine Position finden, in der ich das Stativ ausreichend gesichert möglichst frontal zu Bühne hinstellen konnte. Aus den letzten Jahren hatte ich noch so einen Ort im Hinterkopf, aber in diesem Jahr wollte man mich ärgern. Normalerweise stören mich ja immer Kinder mit ihren Luftballons, welche ständig in das Bild geraten. In diesem Jahr gab es keine Ballons. Nein, man hatte natürlich nur aus dem Grund, mich zur Verzweiflung zu bringen, an dem stets in der Nähe befindlichen Kinderbelustigungsstand ein Gerüst mit einem mechanischen Clown aufgebaut, welcher ständig irgendwelche akrobatischen Übungen ausführte. Und ich konnte machen was ich wollte, von meinem Stammplatz aus würde ich das Teil ständig in Bild haben. Also blieb nur ein Positionswechsel, was ich aber hinbekam. Jetzt würde der Aufnahmewinkel zwar leicht angeschrägt sein, was aber unvermeidlich und wohl noch vertretbar war.

Die Boogie Woogie-Show war zu Ende, die Mädels noch nicht in Sicht, als die Angehörigen der örtlichen Zirkusschule Don Peperoni, ebenfalls alte Bekannte, anfingen, schweres Gerät auf die Bühne zu schleppen. Deren Auftritt sollte aber erst nach den Mädels stattfinden. Gut, harren wir der Dinge. Es wäre nicht das erste Mal, daß eine nachfolgende Gruppe schon anfängt, ihre Sachen auf die Bühne zu schleppen – natürlich mit dem Ergebnis, daß sie alles wieder abräumen dürfen. Aber genauso ist es schon vorgenommen, daß die Auftrittsreihenfolge geändert wurde. Da ich die Kamera nicht alleine lassen konnte, meinen Platz aber auch durch Mitnehmen der Kamera nicht wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stellen wollte, vermochte ich nichts zur weiteren Klärung beizutragen. Das machte aber nichts, denn das schwere Zirkusgerät wurde nach dem Zusammenbau schließlich wieder von der Bühne entfernt und vor derselben auf dem Boden abgestellt. Kein Problem. Schließlich sah ich auch Alexandra, wie sie jemandem eine kurze Einweisung in die Technik gab, denn unser dafür vorgesehener Freiwilliger hatte kurz vor knapp abgesagt. Gut, das hätte dann auch noch geklappt. Viel Aufwand war heute auch nicht damit verbunden, denn es ging nur darum, die Musik zu den richtigen Zeitpunkten zu starten und zu stoppen.

(wird fortgesetzt)


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