Samstag, 16. März 2013

Ein fast normales Wochenende (2)

Nach einer Stunde des Ruhens und Grübelns stand ich um fünf Uhr wieder auf, machte mich daran, den Speiseplan für nächste Woche zu vollenden und den Einkaufszettel zu schreiben. Anschließend ging es unter die Dusche, anziehen, Müll rausbringen und hoffen, daß der große schwarze Plastiksack mit dem Katzendreck auf dem Weg nicht reißt. Ich kann euch sagen, der gesammelte Dreck, den vier Katzen in einer Woche produzieren, bringt dem Klumpstreu sei Dank schon ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Und wem einmal bei feuchter Witterung der Müllsack mit eben diesem Inhalt auf der Straße gerissen ist, der weiß, was er so schnell nicht mehr erleben möchte. Das gehört auf jeden Fall zu den Erlebnissen, die man nie vergisst. Die Streuklumpen zerfallen beim Aufprall natürlich sofort, und die zwangsläufig auch in dem Sack vorhandenen noch unbenutzten Partikel nehmen direkt Verbindung mit der regenfeuchten Straße auf. Herrlich!

Ich nahm noch das Altglas zu meiner nun beginnenden Einkaufstour mit, was ich auch schon wieder als nervend empfinde. Bei uns muß das Altglas gesammelt und irgendwann mal in einem Altglascontainer entsorgt werden. Früher standen bei uns in der Gegend auch welche herum, die man mal eben fußläufig erreichen konnte, aber nach Beschwerden aus der Nachbarschaft wurden diese entfernt. Die nächsten gut zu erreichenden Container standen auf dem Parkplatz des Getränkemarktes unseres falsch geschriebenen Onkel Toms, von der nächsten Wohnbebauung durch jede Menge Sträucher und der örtlichen Bahnlinie getrennt. Aber auch dort wurden die Container schon vor einigen Monaten entfernt. Also blieb mir nur noch, den Containerstandort in der sogenannten Innenstadt des Neustädter Ländchens aufzusuchen, hier aber wieder mit unmittelbarer Wohnbebauung. Ich habe ja schon Skrupel, die Flaschen da an einem Samstag um 8 Uhr morgens einzuwerfen, auch wenn es dann schon erlaubt ist.

Irgendwie war das in meiner niederrheinischen Heimat schöner gelöst. Man bekam pro Haus eine bestimmte Anzahl Plastikboxen zur Verfügung gestellt, in welche man die Flaschen – möglichst farblich sortiert – stellen konnte. Am Mülltag musste man diese dann zwar selber vor die Tür stellen, hatte ansonsten aber nichts mehr damit zu tun. Jetzt habe ich ja nun keine ernsthaften Probleme damit, die Flaschen mit dem Wagen regelmäßig wegzubringen, aber so ohne Auto wird das für Behinderte oder ältere Menschen mit Sicherheit etwas problematischer sein, zumal unsere hiesigen Glascontainer nicht in der Nähe von irgendwelchen Geschäften des täglichen Bedarfs aufgestellt sind und man diese eben auch nicht im Rahmen der üblichen Einkaufstour auf dem Weg zu Fuß aufsucht. Und mit einer Sammlung Altglas möchte ich auch nicht unbedingt mit dem Bus unterwegs sein.

Wieder zu Hause angekommen fand ich die zweitbeste Ehefrau von allen dabei vor, wie sie ihre Ausrüstung für den Auftritt vorbereitete. Und schon kam sie – die Frage aller Fragen, die mich jedes Mal zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Die Frage, die mir jedes Mal Arbeit und Panikattacken beschert. Die Frage, die stets mit den Worten „Weißt du, wo…“ beginnt. Nein, ich wusste nicht, wo sie die noch benötigten Dinge geparkt hatte. Mit der Lösung dieses Problems waren wir dann auch wieder einige Zeit beschäftigt, hatten letztendlich aber alles im Griff.

Pünktlich und weitgehend regenfrei ging es los in Richtung Gutterdorf. Wir würden uns zunächst an einer Turnhalle mit dem Rest der Truppe treffen. Der Auftritt sollte im Rahmen des Bühnenprogramms einer Messe der örtlichen Wirtschaft, der Leistungsschau des städtischen Einzelhandels stattfinden. Am heutigen Samstag würde Alexandra mit großer Besetzung auftreten, das heißt dem Ensemble, bestehend Katja, der Baronin und meiner Angetrauten, dazu Teilnehmerinnen anderer von ihr geleiteter Kurse sowie einer von ihr unterrichteten Schülerinnengruppe der örtlichen Gesamtschule, die auch schon auf der großen Show im Oktober letzten Jahres dabei war. In der Halle gab es die letzten Instruktionen und nochmal einen Durchlauf des Auftritts, bevor wir uns auf möglichst wenige Autos verteilt auf den Weg zur Messehalle machten. Schon auf dem Hinweg zur Turnhalle kamen wir an dem Messeparkplatz vorbei, und was wir da gesehen haben, lies zwar auf größere Besucherzahlen schließen, was ja auch im Sinne des Auftritts war, aber auch befürchten, daß ein freier Parkplatz ein Luxusgut sein würde.

(wird fortgesetzt)


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