Dienstag, 26. März 2013

Der Pizza-Döner-Mutant

Wie der geneigte Leser bereits weiß, gehe ich im Rahmen meiner Einkaufsrunde gerne mal auf die Suche nach Lebensmitteln, welche aufgrund des sich bedrohlich nähernden Verfalldatums preisreduziert sind. Zu diesen Gelegenheiten wage ich auch mal den Kauf von Produkten, die ich zum Normalpreis wohl eher nicht erstehen würde, sei es, weil sie mir dann zu teuer sind oder weil ich sie nicht kenne und das Wagnis, daß da eine zum Normalpreis erworbene ungenießbare Masse wie zum Beispiel Spinat in meinem Einkaufswagen landet, nicht riskieren möchte. Bei einer Preisreduktion von 30 bis 50 % werde ich aber wagemutig wie Jung-Siegfried der Drachentöter und schlage zu.

Bei unserem falsch geschriebenen Onkel Tom entdeckte ich in der Frischekühlung einen Stapel Pizzen. Aber nicht so gewöhnliche olle Dinger wie Salami oder Quattro Hassenichgesehen ohne Turbo, nein, die Verpackung versprach eine Pizza nach Art eines Döner Kebap. Und das für 50 % billiger. Zwei davon wanderten sofort in meinen Wagen, für mehr hätte es in unserem Eisschrank keine Aufbewahrungsmöglichkeiten mehr gegeben. Zwei Gänge weiter fand ich dann – ebenfalls in der Kühlung liegend, aber dort offensichtlich deplatziert – eine weitere dieser Pizzen. Da hat wohl jemand kalte Füße bekommen, oder aber die uns unbekannte Frau Gemahlin hat gesehen, was ihr uns ebenfalls unbekannter Ehemann heimlich in den Wagen gelegt hat und sofortige Maßnahmen gegen den Erwerb des Teiles eingeleitet. Es gibt ja solche unterdrückten armen Kerle, die sich das gefallen lassen.  

Nun gibt es ja heutzutage unendlich viele Pizzakreationen, die selbst in meinen verwegensten Träumen nichts mehr mit dem zu tun haben, was eine Pizza so ausmacht. Ich denke da nur an Banane-Schoko-Pizza, Pizza mit Pommes oder eine Spaghetti-Pizza. Gerade letztere gehört zu den Sorten, welche die zweitbeste Ehefrau von allen zuweilen doch ganz gerne mal isst. Ich hingegen kann von mir behaupten, von diesem ganzen Nichtpizza-Pizzazeug doch der Pizza Currywurst zugetan zu sein, auch wenn hier voller Frevel als Currywurstbasis die verfälschte Berliner Variante mit einer Brühwurst Patin stand und nicht das Original aus dem Ruhrgebiet mit einer feinen Bratwurst.

Wir machten uns einige Zeit später, als die allgemeine Muße zu einem ordentlichen Kochen eher gering ausgeprägt war, todesmutig daran, diese so genannte Pizza nach Art eines Döner Kebap verzehrfertig aufzuarbeiten. Eine erste Sichtung ergab das vollständige Fehlen jeglicher Tomatensauce. Das wäre ja was für meine Oma gewesen. Zwiebeln waren auch nicht erkennbar, dafür aber Unmengen an Schmand, welcher wohl als Knoblauchquark-Ersatz herhalten musste. Käse wiederum fehlte vollständig; also war es nötig, den belegten flachen Teigrundling noch etwas aufzupeppen. Für solche Fälle hat der gewiefte Haushaltsführer schließlich immer gewisse Reserven im Kühlschrank.

Auch nach dem Aufbacken hatte sie keine appetitliche Farbe erhalten. Der Teig war eher blaß-grau, der Schmand weiß, einige wenige Fleischbrocken hatten eine gewisse Bräunung und unser nachbelegter Käse war gelb. Doch was soll ich sagen? Die seltsame Pizza war doch genießbar. Der zweitbestehen Ehefrau von allen war der Teig etwas labberig, was in Anbetracht der großen Mengen an Schmand kaum verwunderte, aber geschmacklich war das schon ok.

Jetzt stellt sich mir nur die Frage, welche gewagte Kreation das wohl noch toppen könnte?


1 Kommentar:

  1. Geschmacklich war es mir viel zu viel von diesem Schmand-Geglibber... Das hat durch die völlige Überwürzung alles andere an Geschmacksgebern einfach übertüncht. :-/

    Also ich brauch' die echt nicht nochmal...

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