Freitag, 30. November 2012

Gruß aus der Küche - Süße Nudeln

Weitgehend von der Weltöffentlichkeit unbekannt unterhalte ich auch Kontakte in den Bereich des deutschen Uradels. Die Baronin von und zu Weinstein persönlich ist eine treue Leserin der kleinen Geschichten und Abenteuer, die mein Leben schrieb. So erfuhr sie auch von meinem Leid bei den Bemühungen, der zweitbesten Ehefrau von allen den Geschmack an süßen Nudelnnahe zu bringen.


Angerührt von meiner Klage ließ sie mir auf geheimnisvollen Wegen das von ihr eigenhändig auf einem Zettel niedergeschriebene Originalrezept zukommen, nach dem im uradeligen Haushalt in langer Tradition süße Nudeln zubereitet werden.


Da ich hier zufällig einige gegarte Nudeln hatte, machte ich mich auf, der Versuchung nachzugeben und das Rezept zuzubereiten.

Ich nahm die Nudeln und wälzte diese in den feinkörnig geriebenen Resten ehedem von wackerer Bäckerhand hergestellten und altbacken gewordenen Weizengebäcks. Dann nahm ich die schwere Pfanne, zerließ feinste Butter aus Milch von fröhlichen Frischluftkühen, bis diese schäumte.


In Folge gab ich die vorbereiteten Nudeln in das erhitzte Fett und überstreute selbige mit einer ausreichenden Menge an feinem, weißen Kristallzucker, auf daß er auf den Nudeln karamellisieren würde.

Gelegentlich schwenkte ich die Pfanne mit den Nudeln, so daß diese sich rundum goldgelb bräunen konnten. Schließlich entnahm ich die so veredelten Nudeln, ließ sie vorsichtig über ein feines Tuch gleiten, damit sie überschüssiges Fett daran zurückließen, ohne den zarten Karamell  abzustreifen, und richtete sie auf einem Teller an.

Auf meiner Zunge breitete sich der erlesene Geschmack des feinen Mahls aus, ein schmackhaftes Gericht aus der Verwertung von Überbleibseln, zum Nachtisch oder je nach Gusto zu anderen Gelegenheiten.

Mein Dank geht an die Baronin für die Überlassung dieses Kleinods an Kochkunst.

Und hier die Zutatenliste:

gekochte und ausgekühlte Nudeln
Paniermehl
Zucker
Butter



Von Weihnachtsmärkten

Die Zeit der Weihnachtsmärkte ist wieder angebrochen. Die heutigen Weihnachtsmärkte reizen mich so gar nicht mehr. Es scheint nur noch zwei Varianten zu geben: den klassischen Weihnachtsmarkt mit den ganzen gewerblichen Verkaufsbuden und den historisch angehauchten Markt.

Gerne erinnere ich mich an den Weihnachtsmarkt aus meiner Heimatstadt. Der war früher, als ich dort noch wohnte, schon eine rühmliche Ausnahme. Zunächst mal fand der Weihnachtsmarkt nicht über mehrere Wochen, schon vor Beginn der Adventszeit statt, sondern nur an den vier Adventssonntagen. Um 11 Uhr ging es los, und gegen 19 oder 20 Uhr war Feierabend und alle Stände wurden abgebaut. Lediglich einige sperrige Wagen und die wenigen Fahrgeschäfte durften stehenbleiben.

Getragen wurde der Weihnachtsmarkt nur zu einem geringen Teil von gewerblichen Anbietern. Laut städtischer Vorgabe waren dies seinerzeit maximal ein Drittel der Teilnehmer. Die restlichen zur Verfügung stehenden Plätze waren reserviert für Schulen, diverse Vereine, Familien, die freiwillige Feuerwehr, lokale Händler…  Die Stände wurden von der Stadt zur Verfügung gestellt. Das waren dann nicht die allseits bekannten Holzbuden, sondern eher einfache Marktstände, welche vereinzelt noch durch die Anbieter aufgehübscht wurden.

Das Angebot an den Ständen unterschied sich auch in vielen Details von denen der üblichen Weihnachtsmärkte. Gerne erinnere ich mich an den Stand, an dem eine Familie Fettgebackenes in einer ganz normalen haushaltsüblichen Fritteuse produzierte, darunter richtig schöne große Quarkbällchen. Ein paar Stände weiter gab es selbstgeschmierte Schmalzbrote, selbstgebackenen Kuchen, Pralinen aus eigener Herstellung, selbst produzierte Liköre und viele hausgemachte Leckereien mehr.

Unvergesslich ist der Stand zweier Familien, welche die besten Reibekuchen verkauft haben, die ich je auf einem Markt oder einer Kirmes gegessen  habe. Der Teig war kein Gematsche, sondern bestand aus nur grob geriebenen Kartoffeln. Drei richtig große Reibekuchen gab es für 2,50 DM, Apfelmus oder Rübenkraut erhielt man ohne Aufpreis dazu. Überhaupt waren die Preise durch die Bank weg sehr human und grenzten sich deutlich von denjenigen der gewerblichen Anbieter  anderer Märkte ab. Das Gewinnstreben war einfach nicht so ausgeprägt.

Auch Kunsthandwerk fand sich. Stets gab es den Stand des örtlichen Imkers, der neben seinem Honig auch selbst gemachte Kerzen und andere Produkte aus Bienenwachs anbot. Ein Heimwerker verkaufte individuelle Krippen aus eigener Herstellung, und die Abschlussklasse des örtlichen Gymnasiums offerierte gebrauchtes Spielzeug; der Erlös wurde immer für einen guten Zweck gespendet. Der Gesichtsausdruck der vor Ort befindlichen Lehrerin sprach stets Bände, wenn ihre Schüler versucht haben, einen Gesamtpreis durch Kopfrechnen zu bestimmen. Ja, die Generation Taschenrechner zeigte Präsenz.

Am Kopfende der Einkaufsstraße, einer Tempo 20-Zone (kein Tippfehler), befand sich der Stand des  Löschzugs der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Der Stand war überschrieben mit „Zum feurigen Spritzrohr“.  Auch hier verkaufte man Reibekuchen. Die Feuerwehrmänner boten in Uniform und rot-weißen Rüschenschürzen einen sehr nachhaltigen Anblick. Direkt daneben wurden Misteln angeboten, und ein paar Meter weiter stand ein zu einer rollenden Bar umgebautes altes Feuerwehrauto aus den 50er Jahren. Ein echtes Highlight.  In der Nachbarschaft bot die Jugendfeuerwehr Mandarinenpunsch an, und die Mitarbeiter des heimischen Haushaltswaren- und Geschenkeladens stellten Berliner und Krapfen her. Gegenüber gab es Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, auf Wunsch auch im kleinen Eimer zum Mitnehmen. Diesen Geschmack bekommt man im heimischen kleinen Topf gar nicht hin.

Besonders auffällig an diesem Weihnachtsmarkt war auch, daß wirklich an jedem zweiten Stand neben der eigentlichen Ware auch Glühwein verkauft wurde. Ein Becher für 1,00 DM, mit Schuss für 1,50 DM. Gleiches galt für heißen Kakao. Ich rede bei den Preisen nicht von der guten alten Zeit in den 70ern, sondern von den späten 90ern. Glühwein und Kakao haben zu dieser Zeit anderen Ortes bereits 3,00 bis 4,00 DM gekostet. Auch die bepfandeten Tassen bzw. Becher waren liebevoll mit Motiven aus der Stadt versehen.

Die örtliche Eisdiele, praktischerweise in der Einkaufsstraße gelegen, hatte noch ganzjährig geöffnet. Meine damalige eissüchtige Freundin zerrte mich bei dichtem Schneefall rein, und wir beide kamen mit Monsterportionen Eis wieder ins Freie. Die eisigen Temperaturen und der Schnee haben dem Geschmack des Eises nicht geschadet. Allerdings mussten wir einige verstörte Blicke anderer Weihnachtsmarktbesucher ertragen.

Irgendwie hatte dieser Weihnachtsmarkt noch was ehrliches, heimisches, wirklich weihnachtliches Flair. Er hatte einen guten Ruf, so daß die Besucher tatsächlich von weit her kamen. Leider veränderte sich das auch im Laufe der Zeit, und die Zahl der gewerblichen Teilnehmer nahm zu. In den letzten beiden Jahren, in denen ich den Weihnachtsmarkt besuchte, gab es den Reibekuchenstand der beiden Familien schon nicht mehr. Und den haben wir seinerzeit an allen vier Adventssonntagen zwei Mal, nämlich mittags und abends, aufgesucht. Meine Wohnung lag ja ganz in der Nähe, so daß es möglich war, da mal eben kurz hinzuschlendern.

Ich war seit Jahren nicht mehr da, aber vielleicht machen meine damalige Freundin - die heutige zweitbeste Ehefrau von allen - und ich dieses Jahr wieder einen Besuch. Möglicherweise ist es aber auch besser, es sein zu lassen und die guten Erinnerungen zu behalten.  Ich weiß es nicht.


Nachtrag: Wie ich zwischenzeitlich erfahren habe, findet dieser Weihnachtsmarkt nicht  mehr statt. Schade.



Gruß aus der Küche - Linsensuppe

Tag 2 der Strohwitwerzeit nähert sich dem Ende. Wieder habe ich mich, wenn auch mit verhaltenem Eifer aber dafür umso besserem Gefühl und sehr guter Laune an die Chaosbeseitigung gemacht. Unter anderem probierte ich, ob unsere gesammelten älteren Programme überhaupt noch auf unseren aktuellen Windoof 7-Rechnern laufen – natürlich mit mäßig positiven Ergebnissen – und begann, nicht mehr aufbewahrungswürdigen Papierkram auszusortieren und weiter auszumisten. Unsere Nachbarn werden sich über die vorweihnachtliche Intensivnutzung der Mülleimer bestimmt freuen, die ich bereits gestern außergewöhnlich belastet hatte.


Da ich mich gleichzeitig auch näher mit den Inhalten unseres Eisschrankes beschäftigt habe, was auch zu Wegwerf-Aktionen geführt hat (ich bin da sonst nicht zimperlich, aber TK-Gemüse mit einem Verfalldatum aus 2009 schmeckt einfach nach nichts mehr), gab es da auch wieder einen beachtlichen Zugewinn an freiem Volumen, den es zu füllen gilt. Und damit komme ich zum Thema des heutigen Grußes: Zum ersten Mal habe ich selbst eine Linsensuppe gekocht. Na ja, wohl eher einen Eintopf. Und das gleich auf Vorrat, denn – siehe oben.

Bereits gestern legte ich 300 g Linsen in einen Liter Wasser ein. Es handelte sich zwar um Tafellinsen, welche des Wässerns nicht bedürfen, aber schaden kann es auch nicht. Heute Morgen begann ich direkt mit dem Kochen. Wohlwissentlich vor dem Duschen, denn irgendwie habe ich nicht den Sinn darin gesehen, erst zu duschen und die Haare zu waschen, um mich dann im direkten Anschluss mit den Küchendünsten wieder neu zu aromatisieren. Dabei stand ich dann doch etwas in Zeitdruck, denn ich erwarte den Paketboten, und dem wollte ich mich nun doch nicht so wie Räuber präsentieren. Ich bin zwar nicht übertrieben eitel, aber so ein klein wenig muß ja doch. Und wehe jetzt kommt der Spruch „Wenn der Postmann zwei Mal klingelt…“ .

Ich habe zwei dicke Scheiben geräucherten Schweinebauch  in mundgerechte Stücke geschnitten und angebraten. Drei Zwiebeln wurden im Anschluss glasig gedünstet, und ich kann nur hoffen, daß die bei uns im Moment vorhandene sehr scharfe und damit zu verstärktem Tränenfluss führende Sorte bald aufgebraucht ist. Aber da wird morgen was passieren.

Zu dem gebratenen Speck und den Zwiebeln gab ich die eingelegten Linsen mitsamt dem Wasser und füllte noch mit einem Liter Fleischbrühe auf. Ein Tee-Ei wurde mit drei Lorbeerblättern und einer Hand voll Pfefferkörner gefüllt und in der werdenden Suppe versenkt. Das Ganze ließ ich einmal aufkochen.

Im nächsten Schritt würfelte ich 500 g Kartoffeln und gab sie zur Suppe, ebenso eine Stange Lauch und eine größere Menge Karotten, die ich noch im Eisschrank gefunden habe. Sellerie hatte ich nicht auf Lager, so daß ich darauf verzichtete, zumal die Grundbrühe ja schon ihren Geschmack hatte. Alles nochmal eine gute Stunde köcheln lassen.

Da es eine Männersuppe ist, reichen die beiden Fleischlappen vom Anfang natürlich nicht aus. Also gab ich noch einige Mettenden hinzu, die ich zuvor in Scheiben geschnitten hatte. Das Tee-Ei hatte seine Schuldigkeit getan und konnte entfernt werden. Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und fertig.

Bei Muttern hat die irgendwie anders geschmeckt, aber dennoch war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Vielleicht werde  ich auf dem Teller nochmal mit Schmalz und Weißweinessig nacharbeiten, irgendwo müssen die Kalorien ja herkommen. Deswegen ja auch der Essig…

Und hier die Zutatenliste:

300 g Linsen
3 Zwiebeln
300 g Kartoffeln
2 Scheiben Bauchspeck
3 Lorbeerblätter
Fleischbrühe (min. 1 Liter)
Pfefferkörner
Suppengrün
Salz und Pfeffer
Mettenden oder Wiener Würstchen

PS: Der Postmann kam zwar mit einem Paket, aber nicht mit dem von mir erwarteten. Mist.



Donnerstag, 29. November 2012

Flaschen

Und hier ein aktueller Stand zu unserer „Flaschensammlung“. Der geneigte Leser wird sich erinnern, daß wir für den Pausenverkauf der  Show 504 Halbliter-Wasserflaschen besorgt haben. 89 Flaschen wurden verkauft, die restlichen 415 Flaschen kauften wir dann aus dem Fundus der Show-Überbleibsel wieder zum Eigenverbrauch zurück.


In der Zwischenzeit waren wir nicht untätig. Auf dem Bild seht ihr unser Flaschenlager, wie es sich heute darstellt: Es sind noch 329 Flaschen. Die Positionierung an der Treppe ist gar nicht mal so verkehrt. Die Flaschen stehen nicht im Weg rum und nehmen keinen anders benötigten Platz in Anspruch. Außerdem verführen sie dort dazu, sich im Vorbeigehen mal eine zu nehmen.




Gruß aus der Küche - Putencurry mit Ananas

Es ist Tag 1 meiner Strohwitwerzeit. Die zweitbeste Ehefrau von allen treibt sich für ein paar Tage im fernen Duisburg rum und nimmt an verschiedenen Workshops teil, während ich hier versuche, dem zwar schon reduzierten aber dennoch vorhandenen, aus dem Projekt Mädchenzimmer sowie den Show-Vorbereitungen hervorgegangenen Chaos Herr zu werden. Wozu hat man denn sonst Urlaub?


Als erste Erfolge kann ich verbuchen, daß unser Wohnzimmertisch und das Sofa wieder manierlich aussehen und verschiedener Altlasten befreit wurden. Auch konnte ich der Platte unseres Esstisches wieder ansichtig werden, wenn auch nur kurzzeitig, da ich die freien Plätze mit nach meiner Auffassung nicht mehr benötigten Werkzeugen zwischenbelegt habe. Über das endgültige Wegräumen derselben muß die zweitbeste Ehefrau von allen dann befinden, ich bin hier nicht der Handwerker, der das beurteilen kann. Ein paar Arbeiten sind im Mädchenzimmer ja noch zu erledigen. Die Regale des Mädchenzimmers hingegen wurden weiter beladen, bieten aber immer noch Platz für weiteren Kram. Ein paar Tage habe ich ja noch Zeit, entsprechendes Füllmaterial zu finden.

Bei der Gelegenheit möchte ich vermelden, daß ich für eventuelle Tippfehler in diesem Beitrag nicht verantwortlich bin, da sich Sally und Marty während ich dies schreibe in meiner unmittelbaren Nähe befinden und mich in einem leichten Gerangel regelmäßig anstoßen. Marty will von Sally betuttelt werden, was diese auch grundsätzlich gerne wahrnimmt. Doch Marty ist halt ein richtiger Junge und deswegen schon von Natur aus wenig sensibel. Man könnte auch sagen: Er ist ruppig und hat seine reine Körpermasse bei seinen Bettelversuchen nicht im Griff. Um es noch anders auszudrücken: Was liegt, das liegt. Und wenn sich da Teile von Anderen unter ihm befinden oder an die Wand gedrückt werden ist ihm das herzlich egal. Sally findet das weniger witzig, schreit ihn an und leckt ihm sofort das Fell, wenn er sich etwas zur Seite bewegt hat.

Die Küche bot heute Asiatisches. Keine Sorge, ich habe unsere Katzen nachdem ich mit dem Essen fertig war nochmal durchgezählt, alle drei sind noch vorhanden… Neiiin, war Spaß. Es sind immer noch vier Fellnasen.

Ich nahm 400 bis 500 g Fleisch (geeignet sind Hähnchen, Pute, Schweinefleisch oder Kat.. ups), schnitt es in schnetzelartige Stücke. Gewürzt wurde es mit Salz und ordentlich Pfeffer. Während des Anbratens gab ich drei kleingeschnittene Frühlingszwiebeln und 50 g Mandelblättchen hinzu, etwas mehr von beidem  ist auch nicht verkehrt, sofern zufällig vorhanden. Nach weiterem Anrösten löschte ich das Ganze mit einer Dose Kokosmilch (400 g) ab, würzte mit Curry nach und ließ es 10 Minuten köcheln.

Da die Devise in meiner Strohwitwerzeit ist, immer etwas zu kochen, was meine Angetraute nicht mag, gab ich fünf in Stücke geschnittene Ringe Ananas…

…hinzu. Die Verzögerung  an dieser Stelle bitte ich zu entschuldigen. Marty hatte gerade das Bedürfnis, sich von mir den Bauch krabbeln zu lassen. Als nächst folgenden Programmpunkt hatte er vorgesehen, sich um meine linke Hand zu wickeln, so daß ich jetzt nur noch einhändig tippen kann.

Zurück zur Ananas. Wie gesagt, gab ich fünf klein geschnittene Ringe hinzu, aber  das Gericht verträgt durchaus mehr, da die Kokosmilch sehr viel des Geschmacks und der Würzung neutralisiert.  Von daher konnte ich beim jetzt anstehenden Nachwürzen noch ordentlich Pfeffer, Salz und Curry einsetzen. Nochmal 10 Minuten köcheln lassen – fertig. Als Beilage gab es wohl zur allgemeinen Überraschung Reis.

Und hier die Zutatenliste:

400 – 500 g Geschnetzeltes (Hähnchen, Pute oder Schwein)
1 Dose Ananas
1 Dose (400 g) Kokosmilch
50 g Mandelblättchen
3 oder mehr Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer, Curry

Und Marty, nachdem du dich jetzt entwickelt hast, kannst du mich auch wieder loslassen…


Mittwoch, 28. November 2012

Fahne hoch



Die Strohwitwerfahne wurde gehisst! 
Die zweitbeste Ehefrau von allen ist für ein paar Tage aushäusig.







Donnerstag, 22. November 2012

Ein ruhiger Moment



Wer hält hier wen?





Strohwitwer

Bald habe ich für ein paar Tage sturmfreie Bude. Die zweitbeste Ehefrau von allen und ein Teil der Mädels haben wie jedes Jahr auf dem Oriental Festival of Europe in Duisburg ein paar viele Workshops gebucht, an denen sie über mehrere Tage teilnehmen werden. Extra immer wieder nach Hause fahren ist keine Option, also wird vor Ort übernachtet und ich kann mich als Strohwitwer betätigen. Früher habe ich zu solchen Gelegenheiten als Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit meiner selbst immer eine schmutzige Socke an die Wohnzimmerlampe gehängt, aber irgendwie ist diese schöne Tradition untergegangen. Dies bedarf einer Änderung.

Zur Zeit bin ich dabei, den Einkaufszettel für die Zeit meines Strohwitwerdaseins vorzubereiten, was natürlich bedeutet, auch den Speiseplan aufzustellen. Idealerweise koche ich dann natürlich all jene Dinge, welche meine Angetraute nicht mag. Im Moment weiß ich noch nicht, was da so rauskommt, aber die Rezeptesammlung gibt einiges her. Dummerweise habe ich keine extra Abteilung eingerichtet, in die alle Rezepte gelangen, welche das zur Zeit benötigte Hauptkriterium erfüllen.

Doof ist auch,  allerdings eher generell und nicht aufgrund des bevorstehenden Anlasses, daß in so vielen Rezepten Knoblauch enthalten ist. Damit wir uns nicht missverstehen: Ich liebe Knoblauch, aber nur, wenn ich ihn selbst gegessen habe. Und dann gerne reichlich bemessen.  Ansonsten aber eher weniger, insbesondere dann, wenn meine Mitmenschen ihn gegessen haben und ich nicht.

In den Siebzigern war es tatsächlich noch so, daß unsere süd- und südosteuropäischen Mitbewohner (noch die erste Zuwanderergeneration und ihre Kinder) aus allen Löchern nach Knoblauch rochen, während das für den eher deutschstämmigen Teil der Einwohnerschaft dieses unseren Landes noch eine exotische Pflanze war. Zumindest wüsste ich nicht, wann bei uns zu Hause erstmals Knoblauch den Weg ins Essen gefunden hat. Gut, es gab dann die ersten Gyrosteller in den Imbissbuden, und gelegentlich wurde man auch im jugoslawischen Restaurant damit konfrontiert, aber exotisch war exotisch. Demzufolge fielen die Türken besonders auf. Und in der Nachbarschaft von Pütt und Thyssen Edelstahl gab es nicht eben wenige Zuwanderer aus den besagten Landstrichen.

Aufgrund dieser Erfahrung  und Prägung von Kindesbeinen an nehme ich meistens entsprechend viel Rücksicht auf meine Umgebung. Von daher fällt die Zeit von Sonntag bis Donnerstag schon mal generell aus der Knoblauchverwendung raus. Freitags geht das auch nicht, weil die zweitbeste Ehefrau von allen samstags zur Trainerschule geht und sich eine Knoblauchfahne entsprechend schlecht machen würde. Bleibt der Samstag, doch meistens ist Sonntag mein Sporttag. Auch schlecht.

Und jetzt, im Urlaub? Keine freie Bahn ohne vorherige Planung. Im Regelfall bin ich im Urlaub jeden zweiten, spätestens aber am dritten Tag beim Sport. Wieder nichts. Also stehen nur noch die Tage dazwischen zur Verfügung. Wenn nicht gerade was anderes dagegen spricht. Mal sehen, ob ich da was hinbekomme. Man kann sich das Leben auch schwer machen…

Insgesamt sieht es in der Rubrik „Gruß aus der Küche“ im Moment ja etwas trostlos aus. Gekocht wird hier schon, und auch die Fotos werden nicht vergessen, wenn wir der Meinung sind, daß es sich lohnen könnte, das Rezept weiterzugeben. Doch irgendwie fehlt mir im Moment das gewisse Etwas, das ich brauche, um einen Klecks mehr auf das virtuelle Papier zu bringen als nur die schnöde Beschreibung der Zubereitung. Ich hoffe, daß sich das wieder findet. Denn hier lagern noch so viele Stichworte auch zu anderen Themen, zu denen ich mich noch auslassen wollte, daß es schade wäre, die umkommen zu lassen. Zumindest aus meiner Sicht.



Am Zehnten vom Nullten

Ich kann mich ja noch erinnern, daß ich heute vor zehn Jahren Rührei mit Schinken gefrühstückt habe. In einem Hotel in meiner Heimat am Niederrhein. Meine Eltern hatten keinen Platz, um mich bei ihnen übernachten zu lassen. Meine Anzutrauende wurde auch in das Hotel ausquartiert. Und das alles nur ein paar hundert Meter von unserer da schon ehemaligen Wohnung entfernt. Zwischen zwei Krankenhausaufenthalten von der Anwärterin auf den Titel der zweitbestehen Ehefrau von allen gönnten wir uns ein paar Tage in der alten Heimat. Um zu heiraten. Quasi an einem verlängerten Wochenende.

Bereits im Vorfeld sorgten wir bei dem angeworbenen Fotografen für Amüsement. Er wollte wissen, wie viele Gäste wir erwarten würden. Wahrheitsgemäß sagten wir ihm was von vier Personen, nämlich unseren jeweiligen Elternteilen. Da meinte der gute Mann doch tatsächlich, daß er nicht meinte, wie viele Gäste eingeladen worden seien, sondern wie viele wirklich erwartet werden können. Wir blieben bei vieren. Wir wollten keine pompöse Hochzeit mit elend vielen Gästen vor Ort. Ich kenne ja nicht mal so viele Leute näher, wie andere schon bei Kindergeburtstagen auflaufen lassen. Und verpflichtet, Leute einzuladen, die ich nicht da haben will – also Verwandte und so etwas – fühle ich mich nicht. Außerdem wollten wir was von der Hochzeit haben und nicht in diesem Trubel untergehen. Denn das ist UNSERE Hochzeit und keine für das Volk. Also haben wir niemandem – außer den Elternpaaren – vorher Bescheid gesagt. Nun war unser Fotograf aber der Meinung, daß immer ungeladene Gäste kämen. Er hätte noch nie was anderes erlebt. Ich hätte ja nichts dagegen gehabt, mit ihm um sein Honorar zu wetten, daß zu unserer Hochzeit tatsächlich nur vier Gäste kommen…

Nach dem Frühstück begab sich meine Anzutrauende zum Friseur, während ich mich im Hotel langweilte. Übrigens habe ich meine langjährigen Androhungen wahr gemacht, nach denen ich nicht mal zu meiner eigenen Hochzeit eine Krawatte anziehen würde. Dafür aber eine Jeans. Ok, schwarze Jeans und Sakko. Meinen Vater und Schwiegervater wollten meine Baldangetraute und ich auch nicht zur Krawatte verpflichten, aber da hatten Mutter und Schwiegermutter was dagegen. Dann ging es weiter zum Standesamt – einem ehemaligen Herrensitz. Die dortigen Standesbeamten sind sich im Gegensatz zu jenen, von denen man insbesondere schon mal in Großstädten hört, des besonderen Ortes und des Anlasses bewusst, da gibt es keine Hau-Ruck-Hochzeiten im beschleunigten Verfahren. Man nimmt sich Zeit, und das in Verbindung mit dem Ambiente gefiel uns.

Bei dem kurzen Vorgespräch kam natürlich die übliche Frage, ob man nervös sei. Wir konnten dies guten Gewissens verneinen. Wieder wurden wir skeptisch beäugt. Es ging in das Trauzimmer, unser Fotograf war auch vor Ort und suchte nach weiteren Gästen – außer den vier eingeladenen. Erfolglos! Die Trauung selber war sehr schön, die Standesbeamtin hielt eine Rede, wie man sie sich wünschen kann, und im Hintergrund war Schniefen und Schneuzen wahrzunehmen. Wir blieben entspannt. Die Standesbeamtin meinte zum Ende hin auch nur: „Sie waren wirklich nicht aufgeregt, oder?!“ Was blieb uns übrig als unisono „Nö!“ zu sagen.

Weiter ging es zur Fotosession im Park des Standesamtes. Unser Fotograf machte seinen Job, ging auf unsere Wünsche ein, und war am Ende froh, daß es nicht zur Wette um sein Honorar gekommen war. Wir hätten gewonnen.

Nächster Tagesordnungspunkt: Lecker Essen in einem örtlichen Restaurant. Der Tisch war schön hergerichtet, wir konnten aufgrund der übersichtlichen Teilnehmerzahl  a la Card speisen – endlich mal wieder einen Grillteller. Wir als Brautpaar mussten uns anschließend eine kleine Auszeit nehmen, da meine nunmehr Angetraute aufgrund ihres noch frischen Bandscheibenvorfalls einige Zeit liegen und Medikamente nachlegen musste.

Nachmittags ging es dann zu meinen Eltern, Kuchen essen, gemütliches Beisammensein, kaltes Buffet zum Abendessen, gemütliches Beisammensein und dann wieder ab ins Hotel. Wir waren noch nicht lange auf dem Zimmer, da klopfte es an der Tür: Zimmerservice, eine Flasche Sekt für uns. Und sogar einer, der mir schmeckte, was durchaus ungewöhnlich ist. Netterweise wies man uns auch noch darauf hin, daß wir am nächsten Tag beliebig auschecken könnten, da das Zimmer nicht weitervermietet sei und wir uns daher morgens Zeit lassen könnten. Tja, wir mussten zum Frühstück wieder bei meinen Eltern sein und konnten das Angebot daher nur beschränkt wahrnehmen.

Dummerweise kamen wir nicht dazu, die Flasche Sekt spätabends auf dem Zimmer noch auszutrinken, so daß wir sie zu meinen Eltern mitnahmen. Da ich der Blöd war, der noch fahren musste, habe ich nichts mehr davon mitbekommen. Dabei war der so lecker. Mist. Ich weiß aber auch nicht mehr, was das für eine Sorte war.

So machten wir uns zur Mittagszeit wieder auf den Weg nach Hause. Die Hochzeitreise führte die zweitbeste Ehefrau von allen dann planmäßig am nächsten Tag ins Krankenhaus. Kaum verheiratet, schon getrennte Betten – ähm – Schlafzimmer - äääähm  - Häuser in getrennten Städten.

Ja, auch so kann heiraten stattfinden. Und wir würden es heute wieder genauso machen. Bis auf die Sache mit den Krankenhäusern. 



Montag, 19. November 2012

Bergtour

Gerade komme ich vom Sport. Pünktlich um sieben Uhr hat man für mich und drei andere Wahnsinnige die Tür geöffnet. Umständehalber war ich einige Zeit nicht vor Ort präsent, was ich jetzt durchaus spüre. Drei Wochen können eine Ewigkeit sein.
                     
Auf dem Rückweg muß ich auf meiner Strecke ein nennenswertes Stück bergab fahren. Und immer wieder frage ich mich: Was ist daran so schwierig, das Stück als Teilnehmer am Personenkraftverkehr nur mit der Motorbremse zu bewältigen? Die Mehrzahl der anderen PKW-Fahrer stehen während des ganzen Teilstücks quasi auf der Bremse. Muß das sein? Ich werfe den dritten Gang ein und lasse Balduin bei einer an einem Stichpunkt erreichten Ausgangsgeschwindigkeit von 55 km/h einfach rollen, ohne  ein einziges Mal die Bremse zu betätigen. Klappt hervorragend und unter Einhaltung jeglicher Geschwindigkeitsbegrenzungen. Natürlich räume ich ein, daß andere Autos mit einer etwas abweichenden Getriebeübersetzung und anderem Gewicht physikalisch bedingt da nicht so sauber durchkommen, aber hallo? Dann genügt meistens ein kurzes Zwischenbremsen, um die Sache wieder ins Lot zu bringen.

Ich stamme gebürtig aus dem tiefsten Flachland, nämlich dem Niederrhein. Hier habe ich auch das Autofahren gelernt. Die höchsten natürlichen Erhebungen sind die Kaninchenberge (heißen wirklich so, das muß ich immer wieder betonen), welche in ihren Ausmaßen nur noch von den zwischenzeitlich begrünten Schlackehalden des benachbarten Ruhrgebietes übertroffen werden. Ansonsten ist es flach bis zur Nordsee. Aber ich weiß, wie man einen Berg runterfährt. Fahrer von Autos, welche ausweislich des Kennzeichens aus einer Gegend kommen, in der es durchaus höhere Erhebungen als die Schlackehalden gibt, sollten das doch wohl erst recht wissen.

Warum wissen die das nicht? Lohnt es sich darüber nachzudenken? Fragen über Fragen…



Gruß aus der Küche - Noch mehr Schokocreme

Wie vor einiger Zeit angekündigt, habe ich mich erneut an der Herstellung von Schokobrotaufstrichen versucht und dabei auch etwas experimentiert. Im ersten Durchgang stellte ich auf vielfachen Wunsch einer Einzelperson nochmal helle Creme her. Das Rezept variierte ich dahingehend, daß ich an Stelle der Butter das eigentlich vorgesehene Palmin als Fett verwendete. Man bemerkt schon einen gewissen Unterschied in Geschmack und Konsistenz. Mir wäre das relativ gleichgültig, aber die zweitbeste Ehefrau von allen neigt mehr zu der Butter-Variante. Gut, das ist eine Aussage, mit der man arbeiten kann.


Mein nächster Versuch basierte auf Vollmilch-Blockschokolade, welche wiederum mit Kokosmilch und Palmin eingeschmolzen wurde. Ich ergänzte alles noch um 50 g gemahlene und angeröstete Mandeln sowie etwas Zimt. Leider kam der Zimtgeschmack am Ende nicht so durch und die ausgekühlte Creme bildete einen weißlichen Belag, was aber nur ein optisches Manko darstellte. Insgesamt war das Ergebnis brauchbar, aber nicht so, wie gewünscht. Es könnte sich aber lohnen, weiter zu experimentieren.

Als Abschluss schmolz ich dunkle Schokolade mit der Kokosmilch und dem Palmin ein und gab im Verhältnis zur Rezeptur mit der hellen Schokolade die doppelte Menge Kokosflocken hinzu, damit diese durch den intensiven Schokoladengeschmack durchdringen könnten. Das hat insoweit auch geklappt, doch die Konsistenz hat sich durch den hohen Flockenanteil zu sehr verändert, und geschmacklich war das jetzt auch nicht unbedingt etwas, was ich wieder haben müsste.

Mit den beiden hellen Schokoladensorten werde ich wohl noch den einen oder anderen Versuch anstellen, aber weitere Versuche mit dunkler Schokolade haben sich auf jeden Fall erledigt. Doch das wird wieder etwas warten müssen, die Vorräte sind voll und werden erfahrungsgemäß so schnell nicht aufgebraucht sein. Nur die von mir zugesagten Lieferungen werde ich natürlich noch zeitnah umsetzen.





Sonntag, 18. November 2012

Schwerwiegende Gedanken



Ist das Köpfchen vom vielen Nachdenken über das Leben, 
das Universum und den ganzen Rest so schwer geworden?