Mittwoch, 31. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Zwiebelschnitzel und Feldsalat mit Speck

Ein Gastbeitrag von der zweitbesten Ehefrau von allen


Eines vorweg: Wir haben verpennt Fotos zu machen...

Beginnen wir mit der Salatsauce, da diese noch abkühlen muß:

Als erstes kommen 100 g Speckwürfel (aus durchwachsenem Speck) in einen kalten (!) Topf, dann erst die Platte einschalten und den Speck schön kräftig braun braten.
Sinn des kalten Topfes ist, daß man so kein zusätzliches Bratfett benötigt, weil der Speck während des Aufwärmens bereits genügend Fett abgibt, und gleichzeitig das Fett besser aus dem Speck austritt.
Wenn der Speck sehr fettig ist kann man nach dem anbraten etwas von dem jetzt flüssigen Fett aus dem Topf entfernen. Ich entferne meistens alles…

Nachdem der Speck seinen gewünschten Bräunegrad erreicht hat (und man ggf. etwas Fett abgenommen hat), löscht man ihn mit 50 ml dunklem Balsamico ab und läßt alles kurz, aber kräftig aufkochen.

Nun kommen noch 200 ml Sahne, eine fein gewürfelte Zwiebel und etwas fein gewürfelter (nicht gepresster, der wird bitter!) Knoblauch, sowie schwarzer Pfeffer und Muskatnuß dazu. Jetzt muß das Ganze noch 10 Minuten leicht vor sich hinköcheln.

Auf jeden Fall abschmecken! Während des Köchelns gehen einige Aromen erst auf, während andere in der Sauce gebunden werden. Wenn der Speck nicht salzig genug sein sollte, muß evtl. noch etwas nachgesalzen werden.

Nun kommt die Sauce in den Kühlschrank und wartet auf ihren Einsatz.

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Fangen wir nun mit den Vorbereitungen für das Zwiebelschnitzel an:

Zuerst schalten wir unseren heißgeliebten Backofen auf 200° C (Umluft) und lassen ihn schon mal vorheizen.

Vier Schnitzel pfeffern und in eine flache Auflaufform legen.
Vier Zwiebeln in dünne Ringe schneiden und auf den Schnitzeln verteilen.

200 ml Sahne und 300 ml Milch aufkochen. Mit 2 TL Instant-Gemüsebrühe und 2 TL Paprika rosenscharf würzen. Auch hier sollte abgeschmeckt werden, da jeder andere Vorlieben bezüglich der Salzigkeit hat. Zu bedenken ist, daß durch den Käse nachher noch ein kleiner Salzanteil dazukommt.

Wer dünnflüssige Saucen mag, ist damit jetzt fertig. Wer es lieber etwas sämiger hat, rührt ein bis zwei Teelöffel Speisestärke mit etwas kaltem Wasser an und rührt die Mischung dann unter Rühren in die Sauce und läßt diese nochmal kurz aufkochen. Saucenbinder geht auch, aber ich mag ihn dafür nicht so gerne…

Die Sauce über die Schnitzel und Zwiebeln in die Auflaufform geben. Darauf achten, daß die Zwiebeln weitestgehend bedeckt sind, da diese sonst verbrennen.

Nun kommt die Form für 20 Minuten in den Ofen.

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Während wir darauf warten, daß wir unseren Schnitzeln eine leckere Käsehaube verpassen können, müssen wir noch den Feldsalat „verarzten“.

Das Spülbecken mit Wasser füllen, 500 g Feldsalat hineingeben und eine Handvoll Salz drüberstreuen. Das Salz hilft die Verunreinigungen zu entfernen, während alles sanft im Wasser gewälzt wird.
Den Salat in ein Sieb packen und nochmal gut mit Wasser abbrausen, damit das Salz mit den Verunreinigungen herausgespült wird. Nun in einer Salatschleuder gut trockenschleudern.
Jetzt noch die Wurzelenden entfernen und beiseite stellen.

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Wenn die Schnitzel die ersten 20 Minuten im Ofen hinter sich haben, erhalten sie als Belohnung ihre Käsehaube. Dafür eignet sich annähernd jeder Hartkäse, außer vielleicht Parmesan. Nehmt einfach den Käse, den ihr am liebsten esst…

Das Überbacken dauert dann nochmal 10 bis 20 Minuten – je nachdem wie braun und knusprig ihr es mögt.

Nun könnt ihr auch die ausgekühlte Salatsauce mit dem Feldsalat mischen, damit dieser noch etwas durchziehen kann.

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Guten Appetit! 



Montag, 29. Oktober 2012

Glutofen

Du weißt, daß der Tag nicht dein Freund ist, wenn dir wieder eindeutig klar gemacht wird, daß die trockene Heizungsluft so gar nichts für dein Wohlbefinden ist und auch der Einsatz von Verdunstern zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit nicht weiterführend wirkt.

Ich bin ja eher so der Herbst-Wintermensch und freue mich über jeden Tag mit Herbstnebeln oder trockener Winterkälte. Blöderweise vergesse ich in meiner Vorfreude immer, daß die von dem großen Rest meiner Mitmenschen bevölkerten Räume dazu neigen, gnadenlos überheizt zu sein.


Scary Shopping

Damit die Rubrik nicht total in Vergessenheit gerät, aber bei den letzten Einkäufen - egal ob mit oder ohne meine Angetraute - nichts Besonderes geschehen ist, poste ich mal, was MIR noch nicht passiert ist, aber gerne mal passieren könnte.




Sonntag, 28. Oktober 2012

Wünsche

Wunsch und Wirklichkeiten klaffen zuweilen deutlich auseinander. So hätte ich persönlich nichts dagegen, mich heute dann ausnahmsweise doch mal ausgiebig auf dem Sofa zu lümmeln, mein Buch zu Ende zu lesen und zwischendurch vielleicht auch mal die Video-Aufnahme der Show anzusehen.

Die Realität sagt, daß Balduin darauf wartet, von seiner Last befreit zu werden. Er ist bei umgeklappter Rückbank wortwörtlich bis unter das Dach beladen. Und das Zeug muß in unsere Wohnung. Selbige ist allerdings – neben dem Mädchenzimmer-Umbau-Chaos – in den letzten beiden Tagen aufgrund letzter erforderlicher Show-Vorbereitungen in noch größerem Chaos versunken. Manches lässt sich eben erst um kurz vor knapp umsetzen.

Na ja, noch drei Vertretungs-Höllenwochen im Büro, und dann ist erst mal Ruhe. Hoffe ich.



Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

It's Showtime!



Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Mozzarella-Auflauf

Nach dem – aus Sicht der zweitbesten Ehefrau von allen – Fiasko mit den süßen Nudeln habe ich wieder Küchenverbot bekommen. Sie begründet es damit, daß mein Fuß weiterhin geschont werden müsse, aber insgeheim hege ich den Verdacht, daß die Sache andere Hintergründe hat. Und die stehen bestimmt mit den Pfirsichnudeln in Zusammenhang. Ich fand die jedenfalls lecker.


Das neue Gericht des Tages bzw. des Abends wurde dann der Mozzarella-Auflauf. Ein kurzes Studium des Originalrezepts sorgte schnell dafür, daß einige Elemente der Rezeptur eine Abwandlung erfahren haben, da die vorschriftsgemäße Umsetzung einfach keinen Sinn ergäbe. Und so gelangten wir zu nachstehendem Ergebnis.

Der Inhalt von vier Dosen gestückelten Tomaten wurde mit einer ausreichenden Menge Basilikum, meine Angetraute verwendete an dieser Stelle anderthalb Tüten TK-Basilikum aus dem Hause Albrecht, sowie drei geschnittenen Zwiebeln vermischt. Im Gegensatz zur zweitbesten Ehefrau von allen, die hier im entscheidenden Moment durch ein Telefonat abgelenkt war, solltet ihr an dieser Stelle Pfeffer und Salz nicht vergessen. Nachwürzen auf dem Teller ist aber auch kein nennenswertes Problem.

Die Hälfte der Masse bildete den Bodenbelag in einer ausreichend großen Auflaufform, gefolgt vom Inhalt einer halben Packung Nudeln und einer Schicht, bestehend aus etwa 350 g in Scheiben geschnittenen Mozzarella und frisch gehobelten Parmesan.  Die ganze Prozedur wurde noch einmal wiederholt, so daß sich am Ende sechs Schichten in der Form befanden.

Der Auflauf wanderte für 45 Minuten bei 220 Grad in den Ofen. Fertig und lecker.


Wer möchte, kann den Auflauf noch um eine Fleischkomponente ergänzen. Dabei könnte ich mir die Verwendung von klein geschnittener Fleisch- oder Mettwurst oder Kochschinken gut vorstellen. Wir haben aber darauf verzichtet. Insgesamt schmeckt der Auflauf sehr fruchtig, und auch der Basilikumanteil machte sich gut und für uns sehr angenehm bemerkbar. Die Menge hat wieder gereicht, um noch Reste übrig zu behalten.

Und hier die Zutatenliste, dieses Mal nicht aus dem Originalrezept:

500 g Nudeln
4 Dosen geschnittene Tomaten
700 g Mozzarella
Parmesan nach Geschmack
1 – 2 Tüten TK-Basilikum
3 Zwiebeln
Pfeffer
Salz



Dienstag, 23. Oktober 2012

Berufserfahrung

Anruf meiner Kollegin Mandy in unserem Fachbereich Interner Service:

„Hallo Herr Krause, ich wollte mal wieder Ihre Stimme hören.“

„Klar, und gleichzeitig einen Auftrag vom Band nehmen lassen.“

Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß der Mann Berufserfahrung hat.


Erkenntnisse

Meine Kollegin Trudi kam heute aus ihrem Urlaub zurück. Prompt ging die nahezu ganztägige und fast pausenlose Obstesserei wieder los. Sie hat immer irgendwelches Obst in Bearbeitung und täglich mehrere Sorten dabei.  Aber sie fror. Sie friert eigentlich immer. Also hat sich die Sache mit der weitgehend frischen Luft am Arbeitsplatz mal wieder erledigt. Es ist ja nicht so, daß wir heute draußen 25 Grad hatten und unser Büro auf der Sonnenseite liegt. Ganztägig.

In den letzten zwei Wochen hatte ich eine Auszubildende vor Ort. Die war auch ständig am Frieren, aber da konnte ich das Fenster offen lassen; sie zog  dann einfach ihren Wintermantel an. Ich meinte mal zu ihr, daß sie ja froh sein könne, nicht aus Sibirien zu kommen. Tja, klassischer Schuss in den Ofen – sie stammt aus Sibirien und erzählte mir direkt was von 40 Grad unter Null und einer Katze, welcher nachts draußen teilweise ein Ohr abgefroren sei.

Eskimos frieren übrigens nicht. Aber die essen ja auch kein Obst…


Montag, 22. Oktober 2012

Verkanntes Genie

Ich finde, ich bin manchmal ein ganz schön schlaues Bürschchen. Das muß ich an dieser Stelle einfach mal so von mir geben, bevor das jemand übersieht. Wie zum Beispiel die zweitbeste Ehefrau von allen. Wenn ich dieser nämlich so hin und wieder von meinen genialen Gedankenblitzen erzähle, guckt die mich nur semi-verwirrt an, ungefähr so, als ob ich ihr erklären würde, daß die Erde keine Scheibe sei.

Ich will ja nicht schon wieder mit der Show rumnerven, aber diese ist hier zur Zeit doch ein etwas zentraleres Thema. Und selbstverständlich habe ich dazu auch den einen oder anderen klugen Gedanken. Zum Beispiel zum Thema Pfandflaschen.

In der Pause ist vorgesehen – da es uns nicht gestattet ist, dort was Essbares anzubieten – gegen den schlimmsten Durst zumindest Wasser zu verkaufen, selbiges natürlich in Flaschen. Pfandflaschen. Zum Selbstkostenpreis inklusive Pfand. Die leeren Flaschen nehmen wir wieder zurück, das Pfand wird gespendet. Soweit alles ganz einfach und auch noch nicht meine Idee.

Da es an der zweitbesten Ehefrau von allen und mir ist, die zu dem Zeitpunkt noch vollen Flaschen in durchaus nennenswerter Stückzahl zu besorgen, machte ich mir schon meine Gedanken, wie man bei einem solchen Großauftrag den örtlichen Großhandelsmarkt-Geschäftsführer-Filialleiter-Ladenchefoberboss davon überzeugen könne, uns die Pullen zum ermäßigten Preis frei Haus in die Aula zu bringen. Schon kam der erste Einwand meiner Angetrauten, die mir irgendwas erklärte von wegen Lieferung bis Bordsteinkante und ob ich grundsätzlich noch ganz richtig da oben sei.

Natürlich bin ich richtig da oben, aber ich räume ein, daß die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn durchaus fließend sein können. KÖNNEN! Nicht MÜSSEN! Es ist doch wohl klar, daß das alles Verhandlungssache ist und man über diese doofe Bordsteingrenze durchaus eine andere Regelung erzielen könne. Das sei natürlich ihr Auftrag, denn im Reden bin ich leider nicht so gut. Bin ja auch keine Frau, also ist mein Gehirn anders strukturiert, ausgestattet mit einem mathematisch-kühlen Verstand. Aber beim Verhandeln kommt es nicht auf Logik an, sondern auf Emotionen, die man in seinem Verhandlungsopf… ähm –partner wecken können muß. Also Frauensache. Totquatschen als Alternative. Frauen können das mit den Emotionen UND dem Quatschen eben besser.

Selbstverständlich ist es für den Fahrer dann etwas unglücklich, wenn er die riesigen Flaschenmengen dann persönlich reinschleppen muß, bloß weil der Sattelschlepper nicht bis an die Aula ranfahren darf, aber bitte, dafür bekommt er auch 5 Euro Trinkgeld. Man kann sich ja auch etwas anstellen, oder?! Die zweitbeste Ehefrau von allen warf dann ein, daß ich da wohl etwas überdimensioniert planen würde und daß unser Balduin die vorgesehenen und aus ihrer subjektiven Sicht realistischen Mengen durchaus alleine schaffen könne. Nun denn.

Die Rückführung der Flaschen wird dann auch eine lustige Sache. Alles muß also wieder in unseren Balduin, welcher das alles dann zum nächsten Getränkeautomaten kutschiert. Ich hatte ja die tolle Idee, daß man dabei die beiden Automaten unserer regionalen Albrecht-Filiale damit befüllen könne. Da würden wir den Laden richtig schön lahmlegen mit der ganzen Kette von Einkaufswagen, die aufgrund der unglücklichen Positionierung des einen Automaten mitten in einem Gang selbigen ordentlich ausfüllen würden. Der Einwand meiner Angetrauten, daß die Spende an die Tafel gehen soll und sich deswegen die Nutzung des Albrecht-Automaten verbiete und einem Schwarz-Automaten der Vorzug zu geben sei, da dieser das automatisch umsetzen könne, war natürlich vollkommen haltlos, denn die Kohle kann man sicher auch auf anderen Wegen dem vorgesehenen Empfänger zukommen lassen. Aber auch hier vermochte ich meine Gedankengänge nicht verständlich zu machen.

Schließlich machte die zweitbeste Ehefrau von allen den durchaus peinlichen Vorschlag, mit der ganzen Batterie von vollen Flaschenwa… ähm Einkaufswagen und ihren Tanzfreundinnen den bekannten Schwarz-Markt-Automatenanbau zu sprengen und die Leergutroboter im Rahmen einer wilden Leergutflaschenparty zum Bersten zu bringen. Natürlich würde man erwarten, daß eigens eine eigene Verkäuferin abgestellt wird, um die Automaten, nachdem diese den Annahmeschluss signalisiert hätten, wieder auf Nachschubanforderung zu stellen. Vollkommen unrealistisch, aber sich über mich lustig machen. So ist das Eheleben.

Alles ist steigerungsfähig, und so kam mir der Gedanke, unsere leeren Flaschen mit einem Trakor und einem (Flaschen-)Anhänger nach Bremen zu fahren, und selbige Flaschen dem Shopblogger im Rahmen seiner Spar-Markt-Halloween-Nacht als Zombie-Penner verkleidet – kleiner Auftrag für mein persönliches Grauen und Zombieschminkerin aus Leidenschaft Conny – vor die Tür zu kippen und somit  auf diesem Weg zur Annahme zu überreichen in der Hoffnung, daß sein Leergutautomat mal wieder den Dienst quittiert hat und die händische Annahme erforderlich wird. So kämen wir auch endlich mal in sein Blog. Irgendwie strafte mich die zweitbeste Ehefrau von allen nach Bekanntgabe meiner Gedankengänge mit einem vollends irren Blick.

Aber damit müssen wir großen Geister eben leben.



Gruß aus der Küche - Pfirsichnudeln

Wieder einmal arbeitete ich an meinem Part an der Show. Mein gemeinsamer Auftritt mit unserer Musicaldarstellerin erforderte jedenfalls noch gewisse Anpassungen. Sollte ich bei der Gelegenheit erwähnen, daß ich früher mal im Schulchor gesungen habe? Und daß ich auch eine Tanzschule besuchte? Na? Wer wissen will, ob ich Samstag singend und tanzend mit einem Profi auf der Bühne stehe, sollte einfach vorbeikommen und sich die Sache ansehen. Vielleicht ist er live dabei, wenn ein neuer Star geboren wird. Oder auch nicht…


Wie dem auch sei – während ich so in meinem Tun vertieft war, bekam ich von meiner Angetrauten  den verklausulierten Hinweis, daß mein Küchenverbot (ich verweise auf die vorherigen Grüße aus der Küche) aufgehoben sei und ich mich bitte in selbige zu begeben habe, um das Essen vorzubereiten. Heute würde sie das große Wagnis auf sich nehmen und süße Nudeln probieren.

Süße Nudeln kenne ich aus meiner Familie schon von Kindheit an. Während mein Vater dazu neigte, schon mal in Milch gekochte Nudeln zu essen, zog es meine Mutter vor, Trockenobst mit Wasser wieder aufzukochen und das dann als Soße oder Beilage, wie immer man es nennen will, vermengt mit Nudeln zu sich zu nehmen. Mein Fall war gerade letzteres nicht; ich war schon als Kind der eher herzhafte Typ. Für eine gute, selbstgemachte Soße  Bolognese lasse ich alles stehen. Und ich meine eine echte Soße Bolognese, keine einfache Fleischsoße mit Hack und Tomaten. Doch sogar ich wurde im Laufe der Zeit älter, weiser und einsichtiger, habe gelernt, daß Pilze, Tomaten und Radieschen auch schmecken, aber die Variante mit dem Trockenobst mag ich immer noch nicht. Das rangiert bei mir auf einer Stufe mit Spinat und dicken Bohnen.

Aber die Milchvariante ist doch eine leckere Sache. Die zweitbeste Ehefrau von allen kennt so was gar nicht (Panhas kannte sie auch nicht und hat ihn auch nie schätzen gelernt, was mir eine Warnung sein sollte) und war entsprechend skeptisch. So begab ich mich ans Werk und erhitzte 1,5 bis 2 Liter Milch, verrührte diese mit 4 Tütchen Vanillezucker und kochte darin 500 g Nudeln. Während die Nudeln unter gelegentlichem Rühren vor sich hin kochten, schnitt ich den Inhalt von zwei Dosen Pfirsichen in Scheiben, was durchaus als eine sehr klebrige Angelegenheit bezeichnet werden konnte.


 Nachdem die Nudeln fertig waren, wurden sie abgegossen. Wer eine Verwendung für die Vanillemilch hat, sollte sie auffangen. Eventuell kann sie als Soße zum fertigen Gericht fungieren. Die Nudeln wurden dann in eine Auflaufform gegeben und die Pfirsichscheiben darüber verteilt. Andere Obstsorten lassen sich ebenfalls verwenden, nur von Ananas ist abzuraten, da diese dazu neigt, in Milch und Milchprodukten ohne besondere Behandlung bitter zu werden.

Anschließend verflüssigte ich 120 g Butter, zweckmäßiger Weise ebenfalls durch Erhitzen. 200 Gramm Zwieback wurden zerkleinert. Ein vollständiges Pulverisieren ist nicht nötig, aber zu groß sollten die Stücke auch nicht bleiben. Zusammen mit 4 TL Zucker (nicht 4 EL, wie im Originalrezept) und 2 TL Zimt vermengte ich die Zwiebackmasse mit der flüssigen Butter und gab alles gebröselt über die Pfirsiche. Alles noch mal für 20 Minuten bei 200 Grad im Ofen erhitzen.

Als alles fertig war, brauchte die zweitbeste Ehefrau von allen verdächtig lange, um den Tisch frei zu räumen. Ganz verdächtig lange. Nach dem Servieren fasste sie all ihren Mut zusammen und probierte eine Nudel. Ihr Gesicht sah zwar nicht so aus wie meines, wenn ich eine dicke Bohne essen muß, aber Glückseligkeit ist anders. Tapfer aß sie ihren Teller leer, erwog die Ergänzung mit einer Vanillesauce oder dem Pfirsichsaft, aber so richtig warm wurde sie mit dem Essen nicht. Ich hingegen fand es lecker. Wieder einmal zeigte sich, daß unsere Geschmacksinne doch anders geprägt sind. Während die zweitbeste Ehefrau von allen bekanntermaßen hochempfindlich auf Salz reagiert, was mich ja eher unbeeindruckt lässt, schmeckten die Nudeln für sie nach gar nichts, während ich sehr wohl das in die Nudeln eingezogene leichte Vanille-Aroma wahrnehmen konnte.

Schade, aber das Gericht wird aus nachvollziehbaren Gründen wohl nicht unsere Mampfkartei bereichern. Obwohl ich empfehlen kann, es mal zu probieren. Es kann ja für den Anfang mal eine kleine Portion sein, die Herstellung wäre jedenfalls kein Problem.

 Und hier die Zutatenliste des Originalrezepts:

500 g Nudeln
4 Pkt. Vanillezucker
2 Liter Milch
2 Dosen Pfirsiche
200 g Zwieback
4 EL Zucker
2 TL Zimt
120 g Butter



Sonntag, 21. Oktober 2012

Show fatal

Gestern war die große Show. Die Halle war so groß und die Besucherränge so voll wie bei Wetten daß..?. Während der ersten Hälfte der Show habe ich die Moderation auch souverän gemeistert, doch dann hat jemand meine Moderationskarten versteckt. Improvisieren war angesagt, bis ich schließlich den Ablauf vergessen habe. Wieso moderiere ich eigentlich von einer kleineren, hinter dem Publikum befindlichen Bühne aus? Und warum hängen Tänzerinnen und einige Gäste da undiszipliniert ab? Erst mal verjagen, Mikrofon holen und weiter Ansage improvisieren. Dieses Mal durch das Publikum bewegend.

Nächste Nummer – heh, wieso geht das schon auf der Hauptbühne los, ich habe doch noch gar nicht angefangen zu reden? Wieso ist das Mikrofon auf einmal weg? Wie geht es weiter? Ab nach hinten, backstage den Laptop anwerfen und in die Regieanweisung gucken. Mist, die einzige Ablagestelle für den Rechner ist ein schmaler Regalschrank, der eine frappierende Ähnlichkeit mit den Billies aus unserem Mädchenzimmer hat. Deckel hoch – Scheiße, zu wenig Platz. Also erst mal zwei oder drei Regalböden ausbauen. Wer hat die festgeschraubt? Wer boxt mich da? Hartnäckig! Ins Gesicht!!!

Oh, Augen auf, es ist mitten in der Nacht, ich starre in Lillys Gesicht. Und wieder gibt sie Köpfchen gegen meine Stirn. Danke, daß du mich da raus geholt hast. Gibt auch gleich eine extra Portion Schmuseeinheiten. Uff!

Und wehe, jemand versteckt mir nächstes Wochenende meine Moderationskarten.


Gruß aus der Küche - Kartoffelecken (mit Chickennuggets)

Immer noch werde ich aus der Küche auf das Sofa verbannt. Begründend hierzu verweise ich auf meine Ausführungen in meinem vorherigen Gruß und bedanke mich an dieser Stelle für das mir zumindest in kleinen Teilen persönlich entgegengebrachte Mitgefühl. Jedenfalls habe ich schon wieder Ärger bekommen, weil ich während der heutigen Abwesenheit meiner Angetrauten zur Trainerschule Wäsche gewaschen habe. Und die Katzenklos saubergemacht habe. Und den Müll rausgebracht habe (Mist, verraten, das hatte sie noch gar nicht alles bemerkt, aber die Löschfunktion ist kaputt).



An eventuell mitlesende Ärzte: Nein, ich bin kein guter und schon gar kein folgsamer Patient. Ich kann nicht den ganzen Tag herumsitzen. Geht nicht. Das ist genetische Veranlagung. Das habe ich von beiden Elternteilen mitbekommen. Und wehe, ich muß mal ins Krankenhaus. Da macht ihr ein Rennen mit. Wenn man mich stillegen will, kann ich sehr unleidlich werden. SEHR unleidlich.

Die Verbannung aus der Küche hielt auch nicht durchgehend an. Den Ofen durfte ich noch leer räumen. Dann musste ich wieder verschwinden. Aber der Reihe nach.

Wie die etwas aufmerksameren Leser vielleicht erahnen, gab es heute Kartoffelecken und Hähnchennuggets. Um es vorwegzunehmen: Die Nuggets sind ein Fertigprodukt, aber immerhin nicht direkt vom Mäckes oder vom King geholt. Wir haben  auch schon selbst Hähnchennuggets hergestellt, was übrigens hervorragend funktioniert. Heute aber nicht. Die zweitbeste Ehefrau von allen war sehr gerädert und ich, na ja, siehe oben. Also wurde der vorgesehene Speiseplan zu etwas einfacherem geändert.


So, Kurve gekriegt, jetzt geht es zum Kern der Sache: den Kartoffelecken. An sich esse ich ja Pommes frites sehr gerne. Oder, um es etwas kultivierter auszudrücken, Pommes de terre fruitier. Aber doch besser Pommes, so wie es in meiner Heimat heißt. Hört sich jedenfalls für meine Ohren besser an als das hier in der Gegend überall gebräuchliche „Fritten“. Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich die dicke Variante, nicht diese dünne, wie man sie bei den bekannten Bullettenbratereien bekommt. Die dicken Pommes schmecken wenigstens noch nach ihrem Grundstoff, nämlich Kartoffeln. An und für sich muß da ja dann noch 80 %ige Mayonnaise drauf. Aber so richtig lecker wäre das nur, wenn die Pommes gerade frisch aus der Fritteuse kommen. Wenn man die erst irgendwo her holen muß, ist das schlecht. Und ohne bereitstehende Fritteuse auch.

Während ich dieses schreibe, denke ich wieder an meine schönen Planungen zu einer zweiten Karriere. Irgendwo muß die Kohle ja herkommen. Stellt euch einen zweistöckigen Laden vor, große Glasfront, die Wände innen gestrichen in den Farben Dunkelpink und Creme. So quietschbunt wie einige Eiswagen auf der Kirmes. Oder früher die Packung einer Milchschokoladensorte, die mir heute nicht mehr einfällt. Auch mit den ganzen Lichtern in unbunt, also weiß. Zu Essen gibt es Pommes. Pommes sind das allgegenwärtige Hauptgericht. Es gibt dicke Pommes, dünne Pommes, Pommes mit Wellenschnitt, mit Salz oder mit Salz und Paprika aber nicht mit ohne Salz. Dafür aber noch mit Salz und grobem Pfeffer aus der Mühle. Dann aber mit ohne Paprika.

Dazu natürlich leichte, mittlere oder schwere Mayonnaise nach Wunsch oder Remoulade. Oder holländische Pommes-Sauce. Oder Erdnusssoße *würg*. Und als Beilage zu den Pommes gibt es Currywurst, Bratwurst, Schnitzel, Schaschlik, Softeis… nicht stocken und wundern, das steht da wirklich. Einfach bei Gelegenheit mal Pommes in Softeis tunken und essen. Das schmeckt wirklich. Es findet sich eine gewisse Verwandtschaft zu Reibekuchen mit Apfelmus. Einfach mal ausprobieren. Oder Salzstangen mit Nutelladip. Auch lecker, klingt nur noch etwas schwangerer.

Jedenfalls hat dieser Pommes-Laden auch einen Namen: Paterfelis‘ Pommes-Palast. Man könnte dann später, wenn ich den Pommes-Weltmarkt aufgerollt habe, einfach total cool – oder wie immer man dann dazu sagt – den Laden umgangssprachlich mit 3P abkürzen. „Na, gehen wir eben ins 3P?“ Fast wie Disco oder Club, nur anders.

Hier in unserer bald wieder heimeligen Wohnung jedoch greifen wir auf den Plan B zurück. und der heißt nicht „labberige Backofen-Pommes“, sondern Kartoffelecken. Aber Pommes kann man so auch herstellen, es bedarf nur eines anderen Schnitts und einer einfachen Salz-Paprikapulver-Würzung.

Zur Sache:

Kartoffelspalten mit Honig-Senfsauce

6 Kartoffeln
2 EL Öl
1 EL Honig
½ TL Senf
1 TL Paprikapulver
1 TL Gewürzmischung für Kotelett
½ TL Fondor oder Aromat


Kartoffelspalten a la *setzenamenmeinerangetrautenein*

6 Kartoffeln
1 ½  EL Öl
½     EL Chiliöl
½     EL Senf
2     TL Paprikapulver
1     EL Rosmarin
1     TL Kotlettgewürz
1     TL Fuchs „Würzen ohne Salz – pikant“

Kartoffeln je nach Größe der Länge in Spalten schneiden oder vierteln. Das Öl mit den Gewürzen in einer großen Schüssel verrühren, anschließend die Kartoffelstücke darin im Handbetrieb wälzen, bis die Marinade alle Stellen bedeckt.

Nun alles bei 180 Grad ca. 40 Minuten auf der mittleren Schiene im Backofen backen. Die Backzeit ist natürlich relativ und abhängig vom gewünschten Bräunungsgrad. Dazu gibt es einen Salat.


 

Samstag, 20. Oktober 2012

Juri

Da ich ja ein braver Ehemann bin, überlasse ich unser Kleinfamilienauto, den legendären Balduin, zum Zwecke des täglichen Gebrauchs der zweitbesten Ehefrau von allen. So lange NÖP und DB ihren Fahrplan im Griff haben, stört mich das auch nicht weiter. Im Laufe der Jahre bekommt man ja raus, welche Verbindungen anständig funktionieren und zu welchen Uhrzeiten die rollenden Transportboxen nicht übertrieben voll sind.

Als regelmäßiger Nutzer der einzigen hier vertretenen Buslinie kennt man natürlich auch die Masse der Busfahrer nach einiger Zeit. Einer von ihnen ist Juri.

Ich weiß natürlich nicht, ob er wirklich Juri heißt. Aber sein Dialekt kommt unverkennbar aus dem ehemaligen Zarenreich. Und da nicht alle ehemaligen Bewohner des ehemaligen Zarenreiches Iwan oder Wladimir heißen können, habe ich mich entschieden, ihn in meinem Hinterkopf Juri zu nennen.

Juri erweckt den Anschein, Busfahrer aus Leidenschaft zu sein. Ständig kommentiert er das Geschehen auf der Straße in seinem breiten Dialekt und beendet es stets mit einem klischeehaften, langgezogenen russischen Lachen.

Kürzlich wartete ich wieder morgens auf den Bus. Auf dem Weg zur Haltestelle muß dieser eine Verkehrsinsel passieren. Die vielen Jungs und wenigen Mädels hinter dem Steuer erledigen das im Regelfall sehr zügig, doch wenn der Bus sich da in Schrittgeschwindigkeit vorbeiquält, danach die letzten Meter bis zur Haltestelle aber wieder gut aufdreht, besteht eine dramatisch erhöhte Grundwahrscheinlichkeit, eine Wette zu gewinnen, die darauf setzt, daß der Fahrer nur Juri sein kann. Und so war es.

In Hinterheidenheim, genau auf der Straße, auf der die ewige lange Baustelle gerade abgebaut war, wurde schon wieder eine neue eingerichtet. Etwas kleiner und gediegener, und vor allen Dingen mit Baustellenampel. Unsere Richtung hatte Grün, so daß Juri beherzt Gas gegeben hat, bis er denn merkte, daß Gegenverkehr drohte. Also bremste er ebenso beherzt wie er zuvor Gas gegeben hat – und stand auf der Hupe. Morgens um 5.40 Uhr in einem Wohngebiet. Als der einzelne PKW auf unserer Höhe war, gab es nochmal die Hupe zum Abschied. Juri ist da schmerzbefreit und quittierte das Geschehene nur mit einem fetten, langgezogenen „Wääänn ich nicht hätte gebräämst, daan wir wäääären zusammengekracht. Haa haaa haaaaa.“

An der nächsten Haltestelle, kurz hinter der Baustelle, stieg ein neuer Fahrgast ein und meinte zu unserem Juri, daß der PKW-Fahrer die Baustellenampel wohl nicht sehen konnte, da er aus der – nicht verampelten – Nebenstraße kam, aus der man sich nur reintasten kann. „Ich weisss, habä gäsähen. Haa haa haaaa.“

Unsere Tour ging weiter. Auf einem breiten aber doch innerstädtischen Straßenstück drehte Juri wieder richtig auf. Die Tachonadel, die sehr gut in meinem Blickfeld lag, überschritt so langsam die 70 km/h-Grenze – „Haaaa haaaa haaaa – wollän sähen, ob Ampel noch erwischen“. Gut, das haben wir dann auch bei Dunkelgelb noch geschafft, nur um dann an der nächsten Ampel, die bereits ein mehr als dezentes Rot von sich gab, doch wieder zum Halten zu kommen.

Schließlich, auf dem Weg durch die Unterführung Richtung Hauptbahnhof, gab es noch einen – aufgrund seiner Phonetik von mir so interpretierten – russischen Fluch unter Anrufung von Allah. Hmmm, das war neu. Und es ergab sich ein schwerwiegendes Problem. Dürfen ehemalige Bewohner des ehemaligen Zarenreiches, also die aus den ehemaligen Bestandteilen des ehemaligen Zarenreiches stammen, in denen man tendentiell weniger russisch-orthodox, sondern bevorzugt moslemisch orientiert ist, Juri heißen? Die eher katholisch orientierten Bayern haben schließlich auch so seltsame Namen wie Vroni oder Sepp, die man im zivilisierten Deutschland ja so auch eher nicht verwendet. Egal, es bleibt zunächst bei Juri, aber die Problematik muß ich bei Gelegenheit nochmal reflektieren.

Nächster Halt war der Busbahnhof. Juri steuerte unsere Haltestelle an, machte den Motor aus, erhob sich von seinem Platz und fragte mich „Du bleiben Bus?“. Ja, wie immer passe ich auf den Bus auf, wenn Juri selbigen verlässt, um sich seinen Morgenkaffee und die dazugehörigen Brötchen zu kaufen. Die sich hieraus ergebende Verspätung wird anschließend wieder durch die bekannt beherzte Fahrweise reingeholt.

Mal sehen, wann Giovanni wieder fährt…



Von Kühen, Katzen und Mäusen

Eine Fabel…

Eine Maus wird von einer Katze verfolgt und flüchtet über eine Weide. Da sieht die Maus eine Kuh herumstehen und fragt diese, ob sie ihr wohl helfen könne.

„Natürlich, du arme Maus, bleib einen Moment still stehen.“

Die Kuh dreht sich herum, zielt und lässt einen Haufen genau auf die Maus fallen. Nur der Schwanz schaut noch heraus.

Die Katze kommt vorbei und sieht den Mäuseschwanz. Darauf hin zieht sie die Maus aus dem Haufen und frisst sie.

Diese Geschichte lehrt uns drei Dinge:

1) Nicht jeder, der dich bescheißt, ist dein Feind.
2) Nicht jeder, der sich aus der Scheiße holt, ist dein Freund.
3) Zieh in Zeiten der Gefahr stets den Schwanz ein. 




Kurz aber ehrlich

Aus einer meiner Akten:

Fragebogen, Beschreibung der ausgeübten selbständigen Tätigkeit

Art der Tätigkeit: Gastronom

Beschreiben Sie die Tätigkeit: Bier verkaufen, Leute besoffen machen


Freitag, 19. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Karamellpudding

Zur Zeit leide ich ja etwas. Natürlich nicht so, wie Frauen immer wieder in ihren Verleumdungsgeschichten behaupten, daß kranke Männer leiden, sondern eher realistisch. Also echt. So richtig eben. Wenn Männer so leiden, wie Frauen das behaupten, dann sind sie schwerkrank. Bei den einfacheren Wehwehchen jammern Männer ja gar nicht erst rum, sondern ertragen es schweigend, wie es Männer zu eigen ist, und in Würde. So wie ich gerade. Jammert ein Mann, dann ist er so krank, daß es ernsthaft zu erwarten ist, daß mit seinem Ableben gerechnet werden muß. Aber – wie gesagt – ich leide gerade anders. Eher innerlich.


Die zweitbeste Ehefrau von allen hat sich dem Rat meines Arztes angeschlossen, daß mein Fuß, welcher momentan Wurzel fast allen Übels ist, entlastet und geschont werden muß und mich auf das Sofa verbannt. Sie hat sogar  meinen Job übernommen, die hiesigen Katzenklos sauber zu machen. Sonst macht die das nicht mal unter Androhung schlimmster Sanktionen. Daran merkt ihr, daß ich wirklich richtig krank bin. Aber eben nicht so betont.

Als Trösterchen für die geschundene Seele, also meine (für alle, die es immer noch noch nicht erkannt haben: ich leide und ertrage fürchterliche Schmerzen), hat sich meine Angetraute ans Werk gemacht und einen Pudding gekocht. Aber keinen üsseligen aus der Tüte, sondern noch so richtig nach Großmutters Art. Mit ohne Tüte und nicht vom weltbekannten Doktor. Weil ich aufgrund meiner schweren Erkrankung ja bereits bei einem solchen, einem richtigen Doktor war. Und nicht auch noch einen Tütendoktor benötige.

Und ich bin da sogar freiwillig hingegangen. Woran man wieder erkennt, daß ich echt richtig schwer krank sein muß, denn Männer gehen ja bekanntermaßen sonst eher nicht zum Arzt. Warum auch? Sie beherzigen das bereits angedeutete Gebot vom Schweigen der Männer und sitzen es aus.

Da ich ja Sofazwang habe, was an sich schon ein schrecklicher Zustand ist, denn ich habe immer was zu tun und nicht so richtig die Ruhe für Extremcouching, konnte ich die Ereignisse in der Küche natürlich auch nicht miterleben und muß mich daher auf die nüchterne Wiedergabe des Rezepts beschränken. Sonst hätte dieses hier wahrscheinlich auch eine humorvolle Geschichte werden können. So aber besteht dieser Beitrag nur aus einer schnöden Aneinanderreihung von Fakten. Wozu einen so eine hochdramatische Erkrankung, wie ich sie zur Zeit habe, zwingen kann, ist schon erstaunlich, aber bezeichnend. Ich nehme an, ihr versteht das. Zumindest die Männer unter euch.

Karamellpudding á la Frau *derzweitbestenehefrauvonallenihreehemaligehauswirtschaftslehrerin*

Zutaten:

55 g Zucker und 1 EL Wasser
200 ml Sahne
100 ml Milch
 3 Eier
 20 g Speisestärke (z.B. Mondamin)
 2 EL Amaretto
 
Zubereitung:

Drei Eier sauber (!) trennen.
Die Eiweiße mit einem Teelöffel von insgesamt 55 Gramm Zucker zu einem sehr festen Eischnee aufschlagen.
Die Eigelbe mit 20 Gramm Speisestärke klumpenfrei verrühren. Wenn die Masse zu fest wird, etwas Milch dazugeben. Die richtige Konsistenz ist etwa die von Sahnejoghurt.

Den restlichen Zucker mit einem Eßlöffel Wasser in einen weiten Topf geben und zusammen aufkochen. Auf jeden Fall dabei stehen bleiben!!!
Sobald das Wasser verkocht ist, fängt der dann flüssige Zucker an zu karamellisieren. Sobald der Zucker eine goldbraune Farbe angenommen hat, mit der Milch-/Sahne-Mischung ablöschen und so lange weiterköcheln lassen, bis das Karamell sich in der Flüssigkeit aufgelöst hat.

50 Milliliter der Karamell-Sahne-Milch beiseite stellen.

Die restliche Karamell-Sahne-Milch mit der Eigelb-Stärke-Mischung verrühren (Schneebesen) und unter ständigem Rühren neu aufkochen und etwa 30 Sekunden kochen lassen. Hierbei immer stark rühren, sonst brennt der Pudding an!

Den Topf vom Herd nehmen.
Amaretto und beiseite gestellte Karamell-Sahne-Milch kräftig unterrühren.

Nun sofort den vorbereiteten Eischnee auf die heiße Puddingmasse geben, den Deckel auflegen und alles für mindestens 30 Minuten stehen, aber nicht komplett auskühlen lassen.

Jetzt den gegarten Eischnee unter die Puddingmasse heben.

Der Pudding ist nun verzehrfertig, wenn man warmen Pudding mag.
Wer lieber kalten Pudding essen möchte, füllt ihn in passende Schüsselchen und stellt ihn in den Kühlschrank.
Möchte man vermeiden, dass der Pudding eine „Haut“ bildet, deckt man die Schüssel dicht ab, oder streut etwas Zucker auf die Oberfläche. Hierbei aber sehr sparsam sein, denn der Pudding ist auch so schon recht süß…



Mittwoch, 17. Oktober 2012

Beschäftigungszeugnis

Aus einer meiner Akten:

Zeugnis

Frau P. war vom 01.04.1969 bis 31.03.1972 bei uns in der Lehre. Während dieser Zeit wurde Sie in allen Sparten rund ums Bett ausgebildet.

Nach der Lehre wurde Sie bei uns als Verkäuferin weiter beschäftigt.




Dienstag, 16. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Italienische Tomaten

Da oute ich mich an dieser Stelle doch glatt mal als Gelegenheitsseher von Kochsendungen. Nicht, daß ich da jemals was von nachgekocht hätte, womit ich mich wahrscheinlich in die Masse von 99 % meiner televisionären Mitzuschauer einreihe. Macht aber nichts. Allerdings gibt es eine Sache, über die ich in den diversen Sendungen immer wieder gestolpert bin und die mich aufregt. In gewissen Abständen machen sich die Profi- und Sterneköche über die klassische Kombination von Tomate-Mozzarella lustig. Altbacken, unmodern und überhaupt.


Da vertrete ich ja eine ganz andere Meinung. Ich bin hartnäckiger Vertreter der Ansicht, daß auf jedes Party-Buffet und darüber hinaus auch sonst zu sich bietenden Gelegenheiten stets zwei große Teller mit Tomate-Mozzarella angeboten werden sollten. Ein Teller für mich, ein weiterer Teller für die übrigen Gäste – die mir gerne Reste zur weiteren Verwendung lassen können. Ich liebe Tomate-Mozzarella. Und natürlich bin ich ein richtiger Kretin und träufel da noch die schöne Balsamico-Creme drüber. Ja, ich weiß auch, daß das nur angedickter Traubensaft ist, aber lecker ist es auf jeden Fall.

Ich mag übrigens auch vom klassischen 70er-Jahre-Buffet das hartgekochte Ei mit Tomatenhut und Mayonnaise-Punkten, was einen Fliegenpilz ergibt. Und die Käse-Mandarinen-Spicker vom großen Spickerpilz – keine Ahnung, wie das Teil wirklich heißt. Und Eier mit deutschem Kaviar und Remoulade. Und viele mehr von den Dingen, die sonst auch in den 70ern das Partybuffet bei meinen und anderen Eltern zierten. Echt voll krass retro, Leute, überhaupt nicht hipp aber absolut mein Ding. Gut, die Mode in der Zeit war jetzt nicht so toll, außer vielleicht die Idee mit den Schlaghosen (ja, die gab es damals auch schon mal). Und von den Tapetenmustern werde ich heute noch blind, wenn ich die auf Fotos sehe. Aber sonst war es bunt. Auch die Autos. Nicht so wie heute. Meine Eltern hatten zu der Zeit einen himmelblauen VW. Danach noch einen grasgrünen. Heute undenkbar, außer bei Kleinwagen. Die Autos meiner Eltern waren aber schon was größer als ein Kleinwagen. Schwafel ich wieder herum? Ja, und ich mag es.

Aber wieder zum Thema: Wie der aufmerksame Leser vielleicht mittlerweile erahnt, geht es heute um Tomate-Mozzarella. Ich habe 20 Tomaten in mittelprächtiger Standardgröße enthauptet und die Innereien entfernt. Anschließend gab es eine leichte Berieselung des Inneren mit Salz und Pfeffer.

Als nächsten Schritt öffnete ich drei Packungen Mozzarella und fing die Molke auf. Die Mozzarella-Kugeln wurden gewürfelt und mit Basilikum vermischt. Ich verwendete eine halbe Tüte Tiefkühl-Basilikum von Feinkost Albrecht. Mozzarella und Basilikum wanderten in die ausgehölten Tomaten. Drei Kugeln Mozzarella haben gut für die 20 Standardtomaten gereicht. Laut Rezept waren nur 12 vorgesehen, aber wider Erwarten befanden sich bei uns noch Tomaten aus einem früheren Einkauf, die gleich mitverarbeitet wurden, so daß sich die Gesamtzahl auf besagte 20 aufsummierte. Und selbstverständlich musste ich den Mozzarella vor Verwendung kosten. Nicht auszudenken, wenn der schlecht gewesen wäre. Nein, da kenne ich nichts und opfere mich für die Geschmacksprobe. Hatte ich erwähnt, daß ich Mozzarella liebe? Auch ohne Tomaten. Aber mit Mozzarella. Viel Mozzarella. Man könnte zum Mozzarella natürlich auch noch etwas Mozzarella geben. Oder um Mozzarella ergänzen. Da bin ich nicht fies vor.

Von der aufgefangenen Molke vermischte ich fünf EL mit sechs EL dunklem Balsamico, acht EL Walnussöl (eigentlich Olivenöl, aber das mögen wir beide nicht) und wieder Salz und Pfeffer. Mit der Soße füllte ich die Lücken zwischen den Mozzarellawürfeln in den Tomaten auf. Erwartungsgemäß war meiner Angetrauten der Essiganteil zu gering, aber den konnte sie ja nachträglich auf ihrem Teller noch erhöhen. Beide hingegen waren wir uns einig, die angerichteten Tomaten noch mit der Balsamico-Creme zu dekorieren, auch wenn die nicht Bestandteil des Rezepts war. Als Beilage gab es aufgebackenes Grillbrot, aber Fladenbrot oder Baguettes sind ebenfalls passend.

Letztendlich haben wir hier nur eine anders angerichtete Version des klassischen Tomate-Mozzarella-Salates, weswegen sich keine geschmackliche Neuentdeckung ergeben hat. Aber das Zubereiten hat Spaß gemacht.

Mahlzeit.

Und hier die Zutatenliste des Originalrezepts:

12 kleine Tomaten
3 Pck. Mozzarella
5 EL Basilikum
5 EL Molke vom Mozzarella
8 EL Olivenöl
6 EL Balsamico
Salz
Pfeffer


Montag, 15. Oktober 2012

Männerspielzeug

Heute kam endlich mal wieder ein Paket für  mich an. Da habe ich mich schon lange drauf gefreut, und jetzt ist es da. Der Inhalt ist gar nicht mal so teuer, was auch dringend angebracht ist, wenn ich an die ganzen Zusatzausgaben denke, die wir aufgrund drängender Neuanschaffungen – zuletzt hat es unseren Drucker gehimmelt – in den letzten vier Wochen hatten. Aber meine Lieferung war schon länger vorbestellt. Das Paket legte ich erst mal entspannt zur Seite, während meine Angetraute schon langsam ungeduldig wurde, denn sie wusste nicht, was für tolle Dinge unser Dasein künftig bereichern sollten. Männerspielzeug! Richtiges Männerspielzeug. Mädchen dürfen auch damit spielen, wollen damit aber meistens nichts zu tun haben, was eigentlich schade ist, denn gemeinsam macht es mehr Spaß.

Stunden später machte ich das Paket auf, während es die zweibeste Ehefrau von allen kaum noch bei ihren Bastelarbeiten hielt. Zum Zwecke der Paketöffnung nahm ich mein noch auf dem Tisch liegendes schwergewichtiges Lieblings-He-Man-Brotmesser, fuhr damit vorsichtig den Klebestreifen entlang und ritze ihn leicht ein. Dann klappte ich die Deckelteile des Kartons zur Seite, und da lagen sie vor mir: Zwei Pakete mit Männerspielzeug de luxe. Eines habe ich in Auftrag mitbestellt, das andere war für mich. Wenn die Mädchen nicht wollen, würde ich eben in meiner Herrenrunde damit ein paar schöne gemeinsame Stunden verbringen. Bei den Kartons handelte es sich um zwei heute offiziell erschienene deutschsprachigen X-Wing-Grundboxen. X-Wing ist ein Miniaturenspiel aus dem Star Wars-Universum.

Ja, ich sehe das staunende, neidische Glitzern schon in euren Augen.

Und ehrlich: Wenn ich die Preise anderer, vergleichbarer Produkte ansehe und mir dabei auch noch in Erinnerung rufe, wie teuer die Krieg der Sterne-Merchandising-Produkte sonst sind, ist das echt billig. Ich war ja immer schon ein Fan von Krieg der Sterne und allem, was dazu gehört. Zumindest, was die klassische Trilogie angeht. Ich habe ja noch erlebt, wie der erste Teil, also Episode IV, in die Kinos kam. Leider war das mit dem unbegleiteten Kinobesuch und mir damals noch so eine Sache, die sich nicht unbedingt verbinden ließ, und niemand, weder Vater noch Kumpels, wollten mitgehen. Pech. Aber ich habe alles verschlungen, was so in Berichten in Zeitschriften erschien. Und irgendwann hatte ich auch Spielzeug dazu. Blöderweise habe ich mich hinreißen lassen und damit tatsächlich auch gespielt. Heute weiß ich ja leider, was Sammler für unbenutzte OVP-Ware so hinblättern, doch vorbei ist vorbei. Aber ich werde den gleichen Fehler nochmals begehen. Und zwar mit X-Wing.

Etwas irritiert vernahm ich von der anderen Seite meines Kartons die in vollkommen ungläubigen Tonfall gestellte Frage: „Krieg der Sterne? Ist nicht dein Ernst?!“ Doch, ist es. Krieg der Sterne. Männerspielzeug! Star Trek wäre auch ok, aber es ist Krieg der Sterne. Star Wars. Es folgte ein resignierendes „Jungs…“. Verstehe ich nicht. Voller Vorfreude wusste ich der zweitbesten aller Ehefrauen aus meiner gewöhnlich gut unterrichteten Quelle zu berichten, daß in unserer Spielerunde bereits Maßnahmen eingeleitet wurden, um unsere anstehenden Raumschlachten  angemessen musikalisch mit Krieg der Sterne-Musik zu untermalen. Genauso, wie wir unsere Doppeldecker auch gerne zu alter kaiserlicher Marschmusik starten, werden wir unsere X-Flügel-Jäger und Tie-Jäger, den Millenium Falcon und die Slave I ebenfalls zu passender Geräuschkulisse abheben lassen.

„Jungs…“

Doch, ehrlich, das macht Spaß.
Die Stirn meiner Angetrauten näherte sich verdächtig schnell unserer Tischplatte, bremste aber eingedenk der Tatsache, daß es zur Zeit nicht unbedingt angebracht ist, auch noch einen neuen Wohnzimmertisch kaufen zu müssen, rechtzeitig wieder ab.

„JUNGS…“

Ein letzter Seufzer, dann wandte sich die zweitbeste Ehefrau von allen wieder ihrem Kram zu und zog bunte Perlen auf Metallbänder auf.

Mädchen…





Sonntag, 14. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Cottage Pie

Nachdem ich heute fast den ganzen Tag damit beschäftigt war, an den Moderationskarten für die Show zu arbeiten – man glaubt nicht, wie viel Arbeit das ist, selbst wenn die Texte weitgehend stehen – war ich froh, mich endlich in die Küche zurückziehen zu können, um den Kochlöffel zu schwingen.


Der Cottage Pie besteht aus einer unteren Schicht mit einer Hackfleisch-Masse, die oben mit Kartoffelpüree  abgedeckt wird. Damit war die Aufgabenverteilung klar. Ich kümmere mich um das Hack, die zweitbeste Ehefrau von allen um das Püree. Da kommt hier kein anderer ran, egal ob Püree aus der Tüte oder frisch aus Kartoffeln zuzubereiten ist.

Ich begann damit, 1,5 kg Kartoffeln zu kochen. Während dessen schmiss ich 1 kg Rinderhack in einen weiteren Topf und ließ es krümelig anbraten. Parallel dazu bot es sich an, Suppengrün passgerecht zu zerkleinern. Konkret fielen eine Sellerieknolle, drei Stangen Lauch, einige Zwiebeln und Karotten meinem Messer zum Opfer.

Nachdem das erledigt war, wurde das Hack mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt. Das Suppengrün wanderte in den Topf, in dem ich es mitbraten ließ. Zu guter Letzt gab ich noch einen guten Esslöffel  Tomatenmark und etwas Instant-Pulver für Gemüsebrühe hinzu. Alles mit 250 ml Wasser ablöschen und 10 Minuten köcheln lassen.

Es war an der Zeit, den Part an meine Angetraute abzugeben, die das Kartoffelpüree vorbereitete. Es schadet nichts, wenn es etwas fester ist. Als ich die Milch für sie öffnete, hörte ich seitlich aus dem Wohnzimmer einen durchdringenden Schrei. Ein kurzer Blick überzeugte mich davon, daß ich vergessen hatte, die Küchentür zu schließen. Also hatte die Katzenbande vernommen, daß Milch im Spiel war, und die konnte natürlich nur für sie sein. Jede andere Möglichkeit kann da nur kategorisch ausgeschlossen werden.

Da wir nur laktosefreie Milch verwenden, ist sie auch für Katzen geeignet und ich muss nicht hinterher ein bis drei Katzenklos einer intensiven Grundreinigung unterziehen. Aber es zeigte sich ebenfalls wieder, daß auch Katzen durchaus erziehbar sind. Alle vier warteten brav und teilweise sehr exakt an der optisch klar erkennbaren Grenze zwischen Wohnzimmer und Küche. Daß der Giraffenhals von Lilly sehr weit in die Küche hineinragte stört uns dabei nicht – so lange die Pfoten die Bodenleiste zwischen den beiden Räumen nicht überschreiten. Und es ist nicht übertrieben wenn ich sage, daß die Bande diese Grenze genau kennt und meistens fast zentimetergenau einhält. Überwiegend, aber nicht immer. Aber auf jeden Fall heute. Das wird mit einer kleinen Schüssel Milch belohnt.

Nachdem das Kartoffelpüree fertig war, mischte meine Angetraute noch etwas von der Flüssigkeit aus dem Fleischtopf unter. Ich gab die Fleischmasse in eine Auflaufform und strich anschließend das Püree darüber, während die zweitbeste Ehefrau von allen sich hingebungsvoll persönlich der Reinigung der Rührstäbe widmete, mit denen sie zuvor gearbeitet hatte.

Abweichend vom Rezept, aber durchaus empfohlen, gaben wir noch geriebenen frischen Parmesan darüber, damit sich eine schöne Kruste bildet.

Das Ganze wanderte bei 200 Grad für 30 Minuten in den Ofen.  Nach Abschluss der Garzeit verlängerte ich selbige nochmal um 5 Minuten mit Oberhitze, um eine schönere Kruste zu bekommen.


Insgesamt ist die Portion wieder reichlich bemessen und reicht für mehr als eine Mahlzeit. Aber ehrlich: Geschmacklich war es ok, aber hitverdächtig eher nicht. Wie auf dem Foto zu sehen, ergibt sich eine ordentliche Matscherei. Man könnte versuchen, die Milch beim Püree durch die Flüssigkeit aus der Fleischmasse zu ersetzen. Wir werden es wohl nicht austesten, sondern auf die Kombination Kartoffelpüree, Frikadellen und Rotkohl zurückkommen. Die englische Küche kann ruhig da bleiben, wie sie herkommt. Obwohl, wenn man da eine Pfefferminzsoße…

Nachtrag: Wenn man das Gericht am nächsten Tag aufwärmt, ist die Konsistenz so, wie sie sein soll. Also doch eine Empfehlung.



Samstag, 13. Oktober 2012

Samstagsvergnügen

Da ich den Wagen heute um Punkt 9.15 Uhr wieder zu Hause abzuliefern hatte, musste ich mich besonders früh zur Einkaufsrunde aufmachen. Die erste Herausforderung traf mich noch zu Hause, denn ich musste den Kfz-Schein suchen. Es ist eine ausgesprochen dämliche Regelung, daß man nicht eine offizielle Zweitausfertigung davon haben kann, wenn ein Auto abwechselnd von mehreren Personen genutzt wird.

Üblicherweise befindet sich der Schein in einer kleinen Tasche am Autoschlüssel meiner Angetrauten, und selbiger liegt im Regelfall in ihrer Tasche. Guter Dinge machte ich mich auf, um mir das gewünschte Papier anzueignen, aber denkste: In der Tasche war nichts. Auch eine Durchsuchung ihrer Jackentasche sowie anderer von ihr genutzter Mitführtransportbehältnisse war nicht zielführend. Also weitermachen. Ich möchte hier mal so am Rande erwähnen, daß Dinge suchen, insbesondere in der heimischen Wohnung und unter der Auflage, möglichst wenig Licht und Lärm zu machen, zu den Aspekten meines Lebens zählen, die mich – freundlich ausgedrückt – verzweifeln lassen. Tatsächlich rückt bei solchen Aktionen meine Laune tendentiell in den Keller. Und das sehr schnell. Willst du meine Laune ruinieren, dann lasse mich was suchen. Idealerweise etwas, was dir gehört und von dem ich noch nicht mal eine richtige Idee habe, wie es aussieht.

Irgendwann kam ich nicht weiter, die Zeit begann zu drängen und so fasste ich all meinen Mut zusammen und wagte mich, meine noch im Bett liegende Frau nach dem Verbleib des Schlüssels zu befragen. Schlaftrunken begab sie sich nach mehreren verbalkommunikativ geäußerten aber leider erfolglosen Vorschlägen in unseren Flur und fand den Schlüssel mitsamt der Tasche und den Papieren im Vorübergehen an unserem Schlüsselbrett. Also echt jetzt, es kann doch niemand damit rechnen, daß das Teil sich da befindet, wo es hingehört. Aber immerhin kann ich mal wieder mit Fug und Recht behaupten, eine aufgeweckte Frau zu haben.

Auf dem Weg zum Discounter meiner Wahl fuhr ich an den Räumen vorbei, in denen unser einstiges örtliches Studio für Tanz und Bewegung, das „Studio Elan“, an sich seine Pforten wieder eröffnen wollte. Groß hängen jetzt die Schilder in den Fenstern, daß die Räume eines neuen Mieters harren. Es hat schon geschmerzt, daß die Wiedergründung nicht geklappt hat. Wenn es auch Rajivs Projekt und damit sein Kind war, so habe ich mich da doch als Patenonkel gesehen, da die zweitbeste Ehefrau von allen und ich an der Sache irgendwie mit beteiligt waren. Patenonkel. Der Pate. DER Pate. Ich höre die ganze Zeit die bekannte Musik im Hintergrund und übe schon mit heiserer Stimme den Satz „Mache ihm ein Angebot, daß er nicht ablehnen kann.“ 

Ähm, nein, so dann doch nicht. Der Pate vom Neustädter Ländchen zu sein ist dann doch nicht eine so aussichtsreiche Karriere.

Genug davon.

Aufgrund der heutigen Eilbedürftigkeit war ich tatsächlich zehn Minuten vor Ladenöffnung auf dem Parkplatz. Vom Auto aus sah ich schon die ersten Menschen in Richtung Eingang – hetzen?! Hallo, gibt es da was umsonst? Gut, es waren nur drei, aber die waren echt hektisch drauf. Einer der Drei, die nicht zusammen gehörten, winkte sogar in den Laden rein und machte durch Hüpfen auf sich aufmerksam. Das erinnert mich ja schon an unsere Kundschaft. Die heiligen Hallen des LASA, Region Süd-Südwest öffnen um 7.30 Uhr, aber wenn man um kurz nach 7 Uhr durch den Personaleingang rein will, muß man sich schon der Kundschaft erwehren, die da unbedingt mitgehen will. Sagt mal Leute, könnte es einen Sinn haben, daß die Haupttüren noch geschlossen sind?

Um kurz vor  8 Uhr erbarmte man sich dann der ungeduldigen Meute und gewährte Einlass. Zwei ältere Männer stürmten den Laden, während die – so von mir vermutete – Ehefrau eines der Beiden sich mit zwei nicht übermäßig gefüllten Tüten voller Pfandflaschen zum Anbau mit den Leergutautomaten begab. Doch oh weh, hier war die Türautomatik noch nicht eingeschaltet. So rüttelte man an den Türen, bis sich auch hier was tat. Eine zweite Frau huschte direkt hinterher, so daß beide Automaten direkt zum Einsatz kamen.

Gemütlich nahm ich meine übergroße Flaschentasche (eigentlich eine Wäschetasche) mit Pfand für etwa 10 Euro, schlenderte zu dem mittlerweile frei gewordenen zweiten Automaten und befüllte diesen mit routinierten Handgriffen. Die Frau mit ihren beiden Plastiktüten war immer noch nicht fertig. Aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten, wie sich ein weiterer Kunde neben mir platzierte und mich stechenden Blicks kurz vor Erreichen meines persönlichen Privatsphärenbereichs beobachtete. Nein du Arsch, ich lasse dich nicht vor, und in meinem großen Beutel befinden sich auch nur noch fünf Flaschen. Nerv die Alte auf der anderen Seite, die mit ihren beiden Tüten weiterhin zu Gange war. Ruck zuck war ich mit dem Rest fertig, zog meinen Pfandbon und verließ den Raum. Die Tütenfrau hatte es immer noch nicht geschafft, ihre beiden Tüten zu entleeren. Und nein, die Tüten hatten nicht die Größe einer dieser riesigen Karstadt-Klamotteneinkaufstüten, in denen eine fette wattierte Winterjacke in Übergröße und diverse Zusatzeinkäufe Platz haben. Die Tüten waren vielleicht sogar noch etwas kleiner als die üblichen Albrecht-Einkaufstüten. Beim besten Willen war es mir nicht möglich zu ergründen, warum die so lange gebraucht hat.

Im Laden sah ich sie später nochmal mit dem bereits beobachteten gehetzten Ehemann und auch den anderen Hektiker, der hüpfender und winkender Weise zuvor schon um Einlass gebeten hatte. Irgendwie kamen mir die beiden jetzt längst nicht mehr so hektisch vor. Man hatte auf einmal sogar Zeit. Viel Zeit. Aber immerhin nutzte man diese Zeit nicht, um mich zu ärgern, von daher also: alles ok.

Weiterhin geschah nichts Besonderes. Obwohl: Ich kam an der Kasse sofort dran, alle Ampeln auf dem Rückweg hatten grün bis ich dann – ja, bis ich kurz vor Zieleinlauf abbiegen musste. Da standen doch zwei Trottel in der Straßenausfahrt unmittelbar vor der bekannten Engstelle und unterhielten sich von Auto zu Auto. Mich störte das nicht weiter, denn der Platz war groß genug, daß ich aus meiner Kurvenfahrt noch an beiden vorbeikommen würde, was ich auch umzusetzen gedachte. Bis der auf meiner Seite stehende Trottel meinte, Gas geben zu müssen. So kurz vor knapp konnte ich anhalten, sonst hätte der arme Balduin einen ordentlichen Blechschaden bekommen. Ich bin nicht mal sicher, daß der Gehirnamputierte das überhaupt gemerkt hat, denn soweit ich das beobachten konnte, sah er während der ganzen Zeit nach links zu seinem Gesprächspartner außerhalb seines Autos.

Vielleicht wäre es doch cool, der Pate zu sein.




Sonntag, 7. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Weiße Schokoladencreme

Die zweitbeste Ehefrau von allen hat heute ihren ersten Unterrichtstag bei Rajiv gehabt. Sie macht bei ihm den Trainerschein Group-Fitness A. Dafür wollte ich ihr dazu passend eine nette, natürlich total gesunde, kalorienarme und dafür vitaminreiche Überraschung bereiten, auf die sie sich nach erfolgreicher Heimkehr stürzen konnte. Natürlich kam – wohl auch zu eurer vollkommenen Überraschung - was ganz anderes dabei heraus.


Auf meinen Streifzügen durch die unendlichen Weiten der Blogosphäre bin ich aktuell auf eine kleine Sünde gestoßen, die doch sehr viel von dem enthält, mit dem man meine Angetraute durchaus locken kann. Dies sind insbesondere weiße Schokolade und Kokosraspel. Wie gut, daß ich alles im Hause hatte, denn der samstägliche, von ihr nicht kontrollierbare Einkauf durch mich wird aus organisatorischen Gründen vorübergehend nicht mehr ganz so oft vorkommen, so daß sie sich selbst auf den Weg machen musste. Und wenn da eindeutige Hinweise auf ein verdächtiges Vorhaben auf dem Einkaufszettel sind, könnte das die Überraschung verderben. Mir fehlte lediglich etwas Kokosfett, und da ich in dem Zusammenhang mit der zweitbesten Ehefrau von allen im Vorfeld was klären wollte, machte ich mich schon verdächtig. Also wieder runter vom Einkaufszettel und das angegebene Ersatzprodukt verwenden, welches noch eingefroren vorrätig war.

Und so gibt es als Leckerchen fürs Frühstück eine selbstgemachte „Weiße Nutella“. Bevor jemand meckert: Ich gehöre zu der Fraktion, welche Nutella stets mit einem weiblichen Artikel versieht. Bei mir heißt das immer DIE Nutella. Meine Angetraute hat da zwar eine andere Meinung zu, aber ich bin in der Sache sehr tolerant. Aber nochmal zur Klarstellung: DIE DIE DIE DIE DIE DASDIE DIE Nutella. Das Nutoka. Das Nuspli. Aber DIE Nutella.

In der Asia-Abteilung unseres Vorräteregals, ziemlich weit hinten, wusste ich eine Dose Kokosnussmilch zu finden. Hiervon entnahm ich 100 g (ja, wird wirklich in Gramm gemessen) und erhitzte selbige zusammen mit 50 g Butter im Wasserbad. Dies wäre die Stelle gewesen, an der das von mir auch favorisierte Kokosfett seinen Einsatz hätte finden sollen, aber Butter als Ersatzfett war erlaubt.

Hin und wieder, aber doch eher seltener als ich aussehe, esse ich ja auch mal was Süßes und mag dann auch Eiskonfekt sehr gerne. Aber nur das in diesen schönen bunten Formen, die irgendwie an zu klein geratene Muffin-Formen erinnern. Es gibt da noch eine andere  Sorte, bei der die einzelnen, quadratischen  Stücke vollkommen verpackt sind, aber die ist irgendwie nicht das Original aus meiner Kindheit. Und auch die besondere Sorte, die Feinkost Albrecht zuweilen im Programm hat, so hip mit Cappuccino-Geschmack, mag ich nicht. Die ist zu zuckerig und nicht das Original.

Eiskonfekt hat ja immer so den Effekt, daß man meint, es würde beim Schmelzen kühl auf der Zunge sein, auch wenn es gerade mal  nicht aus dem Kühlschrank kommt. Dieses Wunder liegt am niedrigen Schmelzpunkt vom zur Herstellung verwendeten Kokosfett. Ich mag diesen Effekt. Wobei mir einfällt, daß ich auch mal wieder eine Kalte Schnauze machen könnte. Bekannter dürfte die Bezeichnung Kalter Hund sein.

Zurück zum Thema. Aus den bemerkenswerten Resten der letztjährigen Weihnachtskeksbackaktion fischte ich ein Paket (200 g) weiße Kuvertüre sowie Kokosflocken. Beide waren zwar abgelaufen, aber noch voll im Geschmack, wie ich kurzerhand vollkommen selbstlos unter eigenem Körpereinsatz sensorisch kontrollierte. Wir gehören nicht zu jenen, bei denen Lebensmittel Punkt Mitternacht am Tag des Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums automatisch und zweifelsfrei schlecht wird. Aber keine Sorge, wer bei uns als Gast was zu essen bekommt, erhält meistens etwas aus frisch gekauften Zutaten.

Die Kuvertüre wurde zerkleinert und zu der warmen Kokonussmilch gegeben. Während des Schmelzprozesses röstete ich 50 g der Kokosflocken in der Pfanne an, damit sie ihre gummiartige Konsistenz verlieren und noch intensiver im Geschmack werden. Auch sie wanderten in die flüssige Masse. Nachdem alles geschmolzen war was schmelzen sollte, füllte ich die warme Creme in verschließbare Gläser und stellte diese in den Kühlschrank.

Als die zweitbeste Ehefrau von allen nach Hause kam, entdeckte sie im Rahmen eines Blicks in den Kühlschrank sofort die beiden Gläser. Zufällig lag in der Küche ein Brötchen herum, welches quasi darauf wartete, zu Testzwecken mit der Creme zusammengeführt zu werden.

Prädikat: Lecker.

Demnächst werde ich weitere Varianten mit anderen Kuvertüren-Sorten und unter Hinzufügen von Mandeln, Nüssen oder Krokant austesten. Da geht noch was.

Es muss nicht immer DIE Nutella sein.
 
Und hier die Zutatenliste aus dem Originalrezept:

  • 100 g Kokosnussmilch
  • 200 g weiße Kuvertüre
  • 50 g Kokosfett oder hilfsweise Butter
  • 50 g Kokosflocken