Sonntag, 30. September 2012

Gruß aus der Küche - Schupfnudeln mit Paprika-Hähnchensoße

Der Speiseplan des Tages sieht Schupfnudeln mit Paprika-Hähnchensoße vor.  Wie meistens wird bei uns eine größere Portion gekocht, damit es am nächsten Tag noch Reste in ausreichender Menge gibt. Ansonsten freut sich der stets zu volle Eisschrank wieder auf Nachschub.


Einen der elementaren Bestandteile des Essens wandelte ich direkt um. Anstelle von Hähnchen gab es Putengeschnetzeltes; Schweinegeschnetzeltes wäre aber auch möglich gewesen. Der Inhalt zweier Pakete, also je nach Fleischsorte insgesamt 800 bis 1.000 g, wanderten in einen Topf ausreichender Größe und wurde angebraten.

Während dessen schnibbelte ich ein gutes Kilo Paprikaschoten in nicht allzu kleine Würfel. Laut Rezept sollte es eine bunte Mischung aller Paprikafarben sein, aber wir können davon ausgehen, daß wohl nur die klassische Mischung in Ampelfarben gemeint war. Gegen die Zugabe von lila- und apfelsinenfarbene Schoten hätte ich auch nichts einzuwenden gehabt, aber beim heutigen Einkauf lachte mich ein Angebot roter Schoten an, welches sich sehr gut preislich gegen die anderen Angebote abhob. Also würde die Soße weniger bunt sein, was mich aber nicht weiter stört. Nachdem ich mit den Schoten durch war, betrachtete ich zufrieden den Küchenboden. Wieder einmal stellte ich fest, daß man in unserer Küche nämlich von selbigem essen konnte – es lag genug darauf herum…

Nächster Punkt: drei Zwiebeln würfeln. Das Rezept sah zwei vor, doch Zwiebeln gehen bei uns eigentlich immer. Damit es schneller geht, habe ich ohnehin immer einen guten Vorrat selbst vorgeschnittener Zwiebeln und anderer ebenfalls kochfertig vorbereiteter Gemüse eingefroren.  Aber es war heute nicht eilig, und so griff ich zur Frischware. So sehr ich mich darüber freue, einen leibhaftigen Koch persönlich zu kennen, den ich ganz bestimmt auch zu jeder Tages- und Nachtzeit mit meinen Fragen zur Küche belästigen kann – ok, die Nachtvariante klappt bestimmt nur einmal, bevor er mir alles kündigt, was uns verbindet, und beim Rest werde ich auch nicht übertreiben. Bleibt das bekannte Problem bei der Verarbeitung von Zwiebeln. Auch er konnte mir bislang keine befriedigende Antwort auf die Frage geben, wie man Zwiebeln ohne den Anschein eines Gefühlsausbruchs schneiden kann.

Die Methode, sich für so etwas einen Auszubildenden zu besorgen, scheidet in unserem Haushalt aus naheliegenden Gründen aus. Mein alter Plan B war immer, eine Chlorbrille aufzusetzen, was zwar ausgesprochen bescheuert aussieht, aber durchaus zielführend war. Doch seit ich wieder von Kontaktlinsen auf Brille umgestiegen bin, hat sich das auch erledigt. Plan C, die zweitbeste Ehefrau von allen damit zu beschäftigen, schied auch aus, denn sie war am Telefonieren. Also musste ich selber ran. Und kommt mir jetzt nicht mit den üblichen Vorschlägen wie Schneiden unter fließendem Wasser, die habe ich alle durch oder aus sonstigen Gründen verworfen. Kaum war ich mit den Zwiebeln fertig, erschien auch die Angetraute in der Küche, um mit in das Geschehen einzugreifen.

Das gebratene Fleisch wurde aus dem Topf genommen und an die Seite gestellt. Damit der Topf sich nicht so leer fühlte, bestückte ich ihn umgehend mit Paprika und Zwiebeln, welche erst mal vor sich hin dünsteten. Wer eine Chilischote hat und mag, darf sie jetzt hinzufügen. Wir verzichteten darauf. Nach dem Dünsten wurde die Masse mit zwei Dosen gestückelten Tomaten aufgefüllt. Das Ganze fünf Minuten köcheln lassen.

Das Fleisch wurde anschließend wieder in den Topf gegeben und sollte laut Rezept mit 200 ml Sahne, zwei Esslöffeln Paprikamark, Salz und Pfeffer aufgekocht werden. Da wir kein Paprikamark hatten, ersetzten wir es durch die entsprechende Menge Tomatenmark und tauschten das Salz gegen Feuersalz (Chilisalz) aus. So wurde auch die Nichtverwendung der Chilischote kompensiert. Den letzten Pfiff gab dann – Gourmets mögen es uns verzeihen – etwas Instantpulver für Brühe.

Während die zweitbeste Ehefrau von allen sich mit der Zubereitung der Soße beschäftigte, warf sie auch gleich den Inhalt zweier Pakete Schupfnudeln in die Pfanne. Die Idee fand ich jetzt nicht so produktiv, denn meiner Meinung nach ähneln Schupfnudeln in dieser Beziehung Bratkartoffeln: die Portionsgrößen in der Pfanne müssen übersichtlich sein, sonst klappt das nicht. Außerdem kleben die fertigen Schupfnudeln aus der Kühltheke noch zusammen, was sich erst im Laufe des Bratprozesses gibt. Aber egal, ich kämpfte mit den Massen in der Pfanne und verlor immerhin nicht dabei.

Die fertigen Schupfnudeln werden auf den Teller gegeben, die Soße daneben angerichtet. Ich persönlich mag es nicht so gerne, wenn sich Soße über den ganzen Teller verteilt. Zum Essen trinkt man(n) dann eine leckere Top Star Cola light aus dem Hause Feinkost Albrecht, oder etwas anderes. Es muß ja nicht immer irgendein Wein sein, ohne den die Kochshows im deutschen Farbfernsehen ja nicht mehr auszukommen scheinen. Ich bleibe da meinem Niveau treu. 



Samstag, 29. September 2012

Dies und das beim Einkaufsspaß

Die heutigen Abenteuer im Zusammenhang mit meiner samstäglichen Einkaufsrunde sind eigentlich so alltäglich wie unspektakulär. Doch gibt es immer wieder einzelne Punkte, über die ich mich mit wachsender Begeisterung aufregen könnte.  Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole, lasse ich mich trotzdem dazu aus.

Es ist ja kaum noch berichtenswert, wenn Behindertenparkplätze von keineswegs  dieser Parkplätze bedürfenden Teilnehmer am bundesdeutschen Personenkraftverkehr ohne Not blockiert werden. Und auf den einschlägig bekannten Parkplätzen der von mir frequentierten Discounter gibt es so etwas wie Parkplatzmangel nicht. Dennoch parkt man wie die gesengte Sau, um bloß keinen Meter zu weit laufen zu müssen.

Aber daß jemand seine alte Möhre diagonal über zwei Behindertenparkplätze stellt, habe ich auch noch nicht erlebt. Ein älterer Herr, ordentlich gekleidet in schwarzem Anzug und offensichtlich gut zu Fuß, ließ seinen Enkel, vielleicht acht Jahre alt, eher jünger, die Einkäufe zum Wagen schleppen (nö, nix Einkaufswagen, die Jugend soll ja nicht verweichlichen), packte ein und verschwand. Ein echtes Vorbild.

Wie gesagt, Parkplatznot herrscht da nie, und wenn ein Rolli-Fahrer einen großen Parkplatz benötigt, wird es für ihn kein Problem sein, zwei nebeneinander liegende  freie normale Plätze zu finden und diese beiden für sich in Anspruch zu nehmen. Aber es geht ums Prinzip. Denn wer schon ohne Not so asozial parkt, der zeigt mir deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Ein Arschloch eben.

Im Laden selbst geschah nicht viel. Ich konnte allerdings nicht umhin zu bemerken, daß erstaunlich viele Paare unterwegs waren, obwohl es doch eigentlich noch die Mens-Only-Einkaufszeit war. Habe ich irgendetwas im Kalender oder Fernsehen verpasst?

Auf meiner nächsten Etappe wurde ich wieder nahezu schmerzhaft an die Worte meines alten Fahrschullehrers erinnert, der schon seinerzeit, als wir die Motoren noch ankurbeln mussten, sagte: „Wenn wir alle so fahren würden, wie wir es in der Fahrschule gelernt haben, dann bricht der Verkehr zusammen.“ Ich lasse diese Worte einfach so im Raum stehen. Ihr werdet eure eigenen Bilder zu dem Thema im Kopf haben, und ich sage euch: sie stimmen alle.  ;-)

Obwohl ich es mir jetzt doch nicht verkneifen kann darauf hinzuweisen, wie unendlich peinlich es mir wäre, auf einer Landstraße mit einer längeren Baustelle von einer immer noch langsamer als nötig fahrenden Fahrschule auch noch deutlich abgehängt zu werden…

Beim nächsten Discounter ein vertrautes Bild: Beide Behindertenparkplätze sind besetzt, aber wohlwollend konnte ich erkennen, daß zumindest auf einem der beiden dort abgestellten fetten sonst den Stern durch die Gegend fahrenden Kombis auch ein Rolli-Aufkleber prangte.  Dieses wohlwollende Gefühl  endete Augenblicke später und wurde ersetzt durch den drängenden Wunsch nach einer Marmorplatte, gegen die ich meinen Kopf schlagen wollte, denn die berühmte Tischplatte erschien mir nicht hart genug. Da kam doch eine vollmobile Frau mit einer einzelnen Flasche Saft, bestieg den Nobelkombi  (dessen Heck auch noch im Parkzustand ein gutes Stück weit in den Fahrweg ragte) und verschwand.

Ich würde ja gerne behaupten, daß die da aus purer Gewohnheit parkte und sie sonst immer einen Gehbehinderten dabei hätte, aber mir fehlt einfach der Glaube. Denn gerade solche Leute müssten doch eigentlich ein gewisses Gespür für diese Dinge haben. Eigentlich.

Im Laden selbst – dummerweise hatte ich genau den Zeitpunkt erwischt, zu dem auch hier für diese Uhrzeit ungewöhnliche viele Kunden gleichzeitig mit dem Nachschub-LKW aufschlugen – gab es nur wieder eines dieser Vorkommnisse, an die  man eigentlich schon gewöhnt ist, was aber dennoch nicht abhärtet. Vor mir an der Kasse war wieder eine der dämlichen Schnepfen, die für ihre sieben oder acht Teile keinen Einkaufswagen benötigen wollen. Das ist ziemlich blöd, denn nach dem Bezahlen braucht so ein Mensch natürlich immer etwas länger, um den Platz für den nachfolgenden Einkaufswagennutzer zu räumen. Sehr viel länger. Gefühlt eine Ewigkeit, insbesondere wenn an der Kasse mal wieder der gehirnamputierte Auszubildende sitzt, der regelmäßig  versucht, die Scanzeiten des Stammpersonals in jeglicher Beziehung zu unterbieten und dabei geflissentlich ignoriert, daß ich den verdammten Einkaufswagen noch nicht mal ansatzweise in die passgenaue Position bringen kann, weil die hirnrissige einkaufswagenlose Schnepfe ihre mittlerweile auf wundersame Weise auf gefühlte 20 Posten erhöhten Einkauf immer noch nicht transportgerecht gestapelt und weggeschleppt hatte, was sie natürlich veranlasste, den für den Einkaufswagen vorgesehenen Platz nicht frei zu machen.

Irgendwann lasse ich den Burschen auch mal auflaufen, packe die Eier ganz nach vorne, und wenn der  zufällig  >:-) nicht ordentlich verschlossene Karton dann runterfällt, weil man wieder hirnlos alles nachgeschoben hat was geht (oder auch nicht mehr geht), dann dürfte der Knabe auf einmal gaaaanz viel Zeit für andere Dinge aufwenden müssen.

Wartet es nur ab, nächste Woche komme ich wieder.



Morgenkaffee

Heike, mir dir teile ich meinen Kaffee am liebsten, auch wenn der Welt-Kaffeetag schon gestern war. 
Und ich bin sicher, daß die zweitbeste Ehefrau von allen in diesem Fall nichts dagegen hat. 






Piraten (2)

Käpt’n Paterfelis verspürte um die Mittagszeit mal wieder ein leichtes Hungergefühl in der Magengegend. Das Frühstück war nur mäßig vorhaltend und wurde auch umständehalber zu ungewöhnlich früher Zeit eingenommen. So erinnerte sich der grausamste unter den grausamen der sich im Hafen aufhaltenden Kapitäne an den noch unter Bewährung stehenden Leichtmatrosen Sven.

Leidlich gut gelaunt begab sich der Käpt’n zur Kajüte des Leichtmatrosen, stellte sich in den Türrahmen und deutete wortlos und mit Leidensmine auf seine Magengegend, auf daß der Bursche  sich wieder auf die Jagd nach einem Dönertier begebe. Doch dann begann dieser rothaarige Nichtsnutz eine Meuterei und erklärte dem verdatterten, ansonsten vielgeliebten Käpt’n, daß er entgegen seiner sonstigen Gewohnheit noch nicht mal gedenke, den Kahn zu verlassen. Alles Zetern nützte nichts, der Wicht blieb stur. Möge ihn der Klabautermann holen!

Vollkommen verstört begab sich Paterfelis  der schrecklich Hungrige zurück auf den Weg zu seiner Kajüte, als ihm die Vizehafenmeisterin begegnete, welche sich sofort die Klage des halb irre vor Hunger vor sich hinstammelnden Piratenkapitäns über den Leichtmatrosen anhören musste. Doch auch sie vermochte nichts gegen den Meuterer auszurichten und verwies nur auf die anderen Mannschaften, aus denen sich der Käpt’n tunlichst bedienen möge. So begab sich der Käpt’n auf eine grausame Tour, um sich neue, willfährigere  Matrosen zu schanghaien…

Später traute sich Sven nochmal in mein Büro und meinte, daß es uns wieder gelungen sei, unsere Fachbereichsleiterin ordentlich zu verwirren. Nach ihrem Urlaub müsse ich sie mal über den Sprech-wie-ein-Pirat-Tag informieren, denn damit konnte sie gar nichts anfangen. Der Umstand, daß der besagte Tag schon vorbei war, störte uns jedenfalls in unserem Tun nur ganz am Rande. Und wenn sie das neue Wissen verarbeitet hat, wird es langsam daran gehen, den weltweiten Handtuch-Tag angemessen zu begehen. Mein knallgelbes Smiley-Handtuch hängt bereit. Solltet ihr also an einem 25. Mai eine mitteljunge Frau mit vor Wahnsinn verzerrtem Gesicht schreiend aus dem Büro rennen sehen, könnte sie das sein, nachdem Sven und ich wieder zugeschlagen haben.

Freitag, 28. September 2012

Von Dinosauriern

Du weißt daß du ein Dinosaurier bist, wenn du in dem Propagandablatt der Geschäftsfü... ähm... der Betriebszeitung liest, daß die Kollegen, deren Vorgesetzter du schon warst, als sie noch Teenager waren, zwischenzeitlich ihr 25jähriges Dienstjubiläum hinter sich haben.


Donnerstag, 27. September 2012

Nachtgedanken

Was machen Eltern mit ihren kleinen Kindern quasi mitten in der Woche um 22.40 Uhr noch draußen? Gerade ist die Familie aus dem Nachbarhaus mit dem Wagen nach Hause gekommen und begann, diesen auszuladen. Eines der Kinder hat sich auf dem Gang zur Haustür wehgetan und fing an, die ganze Nachbarschaft laut und anhaltendend  zusammenzubrüllen. Zwei Meter vor den offenen Schlafzimmerfenstern. Unseren offenen Schlafzimmerfenstern. Mit mir auf der anderen Seite.

Es kommt, was kommen muß.  Durch das Gebrüll wurde ich aus meiner dösig-wohligen Einschlafphase herausgerissen und anschließend  von mir persönlich durchaus bekannten Teilen  der Katzenbande auf deren Weg zur Fensterbank - da Logenplatz – niedergetrampelt. Wie gut, daß wir hier keinen 10 kg-Main Coon-Kater haben, sondern nur Hauskatzen und –kater in der 4 kg-Liga.

Jetzt hänge ich also wieder hier herum und tippe irgendwelche Texte, während die nun wieder gelangweilten Katzen der Meinung sind, den Papa auf der Suche nach Streicheleinheiten anbrummen und mit dem Köpfchen rammen zu müssen. Und jetzt kommt auch noch die zweitbeste Ehefrau von allen vom Tanzen nach Hause. Ok, ich trete die Hälfte der gelangweilten Katzen für den Moment an sie ab.

Gute Nacht da draußen, wo immer ihr sein mögt.


Mittwoch, 26. September 2012

Nicht so schüchtern



Na, Smilla, nicht so schüchtern. Du hast doch so ein hübsches Gesicht.




Gruß aus der Küche - Herzhafte Lauchecken

Der Tag gestern war doof. Gut, nach Feierabend gab es noch eine schöne Spielrunde Blood Bowl, bei der ich gecoacht habe und Leichtmatrose Sven als Opfer meines Schützlings Frl. Hasenclever herhalten musste. Auch die Heimfahrt war soweit ok, alle Anschlüsse haben ideal funktioniert, es gab Sitzplätze, das Wetter hat trotz Unwetterwarnung mitgespielt. Aber trotzdem, irgendwie war der Wurm drin.


Zu Hause angekommen sah ich die zweitbeste Ehefrau von allen sichtlich genervt am Laptop sitzen. Vielleicht habt ihr schon davon gehört, es gibt da diese Show im Oktober… mit orientalischem Tanz,  und für selbige hat sie die Musik geschnitten, was nicht so richtig klappen wollte. Also erhielt ich den dezenten Hinweis, daß ich heute dafür zuständig sei, mich um das Essen zu kümmern. Normalerweise kein Thema, aber wenn da bei mir immer noch unterschwellig eine schlechte Laune vorherrscht, kann das auch ins Auge gehen.

Auf meinem wie immer präzise ausgetüftelten Wochenspeiseplan standen die herzhaften Lauchecken. Die standen da auch schon letzte Woche und in der Woche davor, mussten jedoch umständehalber immer wieder weichen. Jetzt sollte es ernst werden.

Als Vorbereitung stiefelte der Mann von Welt in den Keller, öffnete den Eisschrank und holte zwei Pakete zu je 450 g Blätterteig; eine für zwei Backbleche ausreichende Menge. Da man die Lauchecken sowohl warm als auch kalt genießen können soll, macht es nichts aus, Reste davon zu haben.

Der Blätterteig wird etwa 10 Minuten angetaut, auf den Blechen verteilt und jeweils zu einem Ganzen verbunden. Aus der späteren Erfahrung raus kann ich nur den Rat geben, ihn an den Seiten hochzuziehen, um einen gewissen Wannen-Effekt zu erhalten.

Danach habe ich drei Stangen Lauch und 400 g Schinkenwürfel in einer Pfanne angedünstet. Während die Masse wieder abkühlte, fanden zwei Becher Frischkäse, acht Eier sowie 200 g geriebener Edamer den Weg in eine Schüssel, wo sie verquirlt wurden. Bis hierhin lief alles glatt. Die Käse-Ei-Masse bedurfte noch des Würzens mit Pfeffer und Salz. Pfeffer gab es reichlich, was auch nicht schadete. Im Salzpott gab es noch einen Rest, den ich – weg mit dem Zeug - komplett zur Masse gab. Das Abschmecken ergab ein Ups-Gefühl: Verdammte Hacke, das ist salzig. Sehr salzig. Nicht nur ein zweitbeste Ehefrau von allen-salzig, sondern schon ein Paterfelis-salzig mit Tendenz zur Grenzwertigkeit.

Ab dann ging die Laune weiter in den Keller, doch wagte ich die Hoffnung, daß der extreme Salzgeschmack im Laufe des weiteren Zubereitungsprozesses durch irgendwelche anderen Zutaten wieder etwas neutralisiert wird. Wozu schließlich gibt es den faden Blätterteig?!

Nachdem die Käse-Ei-Masse fertig war, verteilte ich die Lauch-Schinken-Masse auf die beiden Blätterteigbleche. Hier hatte ich das Gefühl, daß die Menge etwas knapp bemessen war, obwohl ich schon eine Stange Lauch mehr hatte als im Rezept angegeben. Es brodelte. Aber glücklicherweise nur innerlich und nicht in einer meiner Schüsseln oder Pfannen, denn dann hätte ich wohl noch mehr Probleme gehabt, da eigentlich nichts da war, was hätte brodeln sollen oder auch nur können.

Zum Abschluss wurde die Käse-Ei-Masse über die Lauch-Schinken-Masse verteilt. Und erstere war flüssig. Sehr flüssig. Flüssiger als ich geschätzt hatte. Aber keineswegs überflüssig. Immerhin etwas. Da ich die Teigränder nicht hochgezogen hatte und es dazu zwischenzeitlich auch zu spät war, liefen auch nicht geringe Mengen unter die Silikonmatten, die wir an Stelle von Backpapier verwenden. Um das Ganze noch zu „entsalzen“, hob ich die Käse-Ei-Masse mit dem Schaumlöffel aus der Schüssel, so daß nicht ganz so viel der salzigen Flüssigkeit den Weg aufs Backblech fand und verteilte mit dem Löffel weiter und ließ einen Teil in der Schüssel zurück.

In der Nachschau war es aber nicht erforderlich. Auch  mein erster Gedanke, künftig zwei Eier weniger zu verwenden, erwies sich als unnötig. Wie gesagt: Mit hochgezogenen Teigrändern hätte das Volumen verarbeitet werden können.

Nach Rezept sollte nun alles für 20 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen. Da ich die beiden Bleche gleichzeitig in den Ofen befördert hatte, erhöhte sich die Backzeit. Aber das müsste jeder für sich individuell herausfinden und ist bei der Verwendung von Blätterteig ja auch kein großes Problem.

Ich könnte mir als Alternative zu dem Blätterteig auch die Verwendung von Hefeteig vorstellen.

Der anschließende mit üblen Erwartungen vorgenommene Geschmackstest erwies, daß die Lauchecken tatsächlich nicht so extrem salzig schmeckten. Die Käse-Ei-Masse stockte auch sehr schön, so daß keine echte Matscherei auf den Backblechen zu beklagen war. So war das Abendessen zu meiner echten Überraschung doch noch gerettet.

Und ein soeben vorgenommener Geschmackstest zeigte, daß die Reste tatsächlich kalt ebenfalls durchaus lecker sind. Vielleicht sind die Lauchecken auch eine schöne Empfehlung zu einem Party-Buffet.


Die Baustelle

Seit einigen Tagen plärrt morgens regelmäßig eine ziemlich unprofessionell aufgenommene Bandansage durch den Bus, die darauf hinweist, daß die Haltestellen Hinterheidenheimer Kirche und Vereinshaus  aufgrund einer Baumaßnahme nicht angefahren werden und beschreibt nachfolgend den zu fahrenden Umweg, bis die normale Linienführung wieder aufgenommen wird. Ist doch sehr schön, daß man darauf aufmerksam macht.

Der Gelegenheitsfahrgast wird unter Umständen dankbar sein, doch der regelmäßige Pendler hat bereits gemerkt, daß die Baumaßnahme nunmehr bereits seit einem Jahr andauert und wundert sich ob der schnellen Reaktion der NÖP. 


Dienstag, 25. September 2012

Morgengrauen

Ich bin ja eher der Herbst-Winter-Nebel-und-Knackige-trockene-Kälte-Typ, aber morgens schon raus in den Regen - och nö, muß nicht sein. Aber ich fürchte, es lässt sich jetzt nicht vermeiden.


Kochkünste

Du weißt, daß der Tag nicht dein Freund war, wenn du mit schlechter Laune anfängst, das Gericht, auf das du dich schon seit Wochen freust, zuzubereiten und es dabei nach allen Regeln der Kunst versaust.

Merke: Koch mit Liebe oder gar nicht!



Sonntag, 23. September 2012

Von Eulen und Lerchen

Angeregt vom beständigen Klagen einer Kollegin über ihr ständiges Zu-früh-Wachwerden habe ich mir – man hat ja sonst nichts Besseres zu tun – so meine Gedanken über das Thema gemacht, soweit es mich betrifft. Gerade im Haushalt der Familie Paterfelis gibt es da ja gewaltige Diskrepanzen. Obschon ich aus dem Tierreich eher den Eulen zugeneigt bin, darf ich mich zum Schlaftypus „Lerche“ zählen, wohingegen es die zweitbeste Ehefrau von allen eindeutig in Richtung „Eule“ verschlägt. Immer wieder erfahre ich, wie sehr man mich bedauert, dem Typus „Lerche“ anzugehören. Aber ist es wirklich etwas Bedauernswertes?

Nun gut, mit dem Umstand, daß meine Angetraute und ich wirklich sehr unterschiedliche Schlaftypen sind, können wir uns in unserem Alltag arrangieren. Die letzten 14 Jahre hat es geklappt, und ich gehe davon aus, daß wir das auch noch verlängern können.

Natürlich gibt es im gemeinsamen Alltag zwischen Eulen und Lerchen schon mal sich auswirkende Unterschiede. Diese treten bei solchen Aktionen wie dem „Projekt Mädchenzimmer“, dem Umbau eines unserer Zimmer zu einem speziellen Zimmer nur für die zweitbeste Ehefrau von allen, zu Tage. Möchte ich am liebsten schon um 8 Uhr morgens an dem Projekt weiterarbeiten - noch früher möchte ich der Nachbarschaft auch nicht zumuten - tendiert die ortsansässige Eule dazu, schon mal bis 10 oder 11 Uhr zu schlafen, eine gute Stunde damit zu verbringen wach zu werden, danach noch zu frühstücken und anschließend das Ende der Mittagsruhe abzuwarten, bis man wieder Radau machen kann. Aber solche Projekte gibt es ja nicht übertrieben oft;  sie dauern dann eben nur etwas länger.

Im streng medizinischen Sinn gehöre ich zu den Kurzschläfern. Als Kurzschläfer wird – jetzt mal ganz einfach gesagt – derjenige bezeichnet, der auch ohne Wecker regelmäßig mit weniger als sechs Stunden Schlaf auskommt. Den Langschläfer zeichnet aus, ebenso regelmäßig neun Stunden Schlaf und mehr zu benötigen. Das ist im Menschen verankert, man kann nichts dagegen machen. Versucht man es dennoch, ist das eine sehr kraftraubende Prozedur. Und selten von einem durchdringenden Erfolg gekrönt, wie ich vermute.

Doch geht es mir nicht um die Schlafdauer, sondern um das frühe Wachwerden. Oft werde ich bedauert, wenn ich erzähle, daß ich regelmäßig schon gegen drei Uhr irgendwas wach bin.  Fast reflexartig kommt die Frage, ob ich denn schon um 18 Uhr ins Bett gehe. Nein, gehe ich nicht. Doch empfinde ich es nicht als schlimm, so früh wach zu sein. Natürlich wäre das etwas anderes, wenn ich durch das frühe Wachwerden nicht auf mein nötiges Schlafpensum komme, aber dem ist nicht so. Ich bin um diese Uhrzeit fit, auch wenn ich noch nicht den mindesten Wert auf Konversation lege. Ein früheres Schlafengehen als üblich hat dann eben zur Folge, daß ich noch früher wach werde.  Auch kein Drama.

Ich kann es genießen, wach im Bett zu liegen und dabei Radio zu hören. Wenn ich schlafe, merke ich nichts davon, wie gemütlich die Koje ist. Die Musik im Nachtprogramm ist ohnehin besser und wird weniger von Moderatorengequatsche unterbrochen. Herrschen allgemein keine winterlichen  Temperaturen vor, finde ich es toll, frühmorgens auf der Terrasse zu sitzen, gegebenenfalls eine Decke und eine Tasse heißen Kakao dabei (nur den echten, kein Kaba-Nesquick-Etcetera-Zeug). Die Luft ist klar und sauerstoffreich, es herrscht himmlische Ruhe. Regen bis zu einem gewissen Grad schadet auch nicht – der Vorteil einer überdachten Terrasse.

Wacht die Umgebung – außer meiner Angetrauten, da bekanntermaßen Typus Eule – auf, kann ich zu Hause in aller Ruhe vor mich hinwerkeln, Küche aufräumen und anderes tun, was der Haushalt sonst noch so zu bieten hat und keinen übermäßigen Lärm verursacht. Und zwar ohne daß mir jemand dabei vor die Füße läuft. Na ja, zumindest niemand mit weniger als vier Beinen. Alltags genieße ich die Ruhe im weitgehend leeren Bus auf der Fahrt zum Büro und die ebenfalls dort noch vorherrschende Stille. Ist am Wochenende mal nichts zu tun, ist es auch möglich, einen männertypischen Kulturfilm mit Kanonendonner und Säbelrasseln zu gucken, ohne daß man dabei gestört wird.

Kommt es hingegen mal vor, daß ich tatsächlich länger schlafe oder auch nur im Bett liege (länger schlafen = über 7 Uhr, länger im Bett liegen = über 8 Uhr), ist der Tag für mich eigentlich schon durch. Der Rhythmus ist kaputt und ehe man sich versieht, ist es schon wieder Abend – Eulenzeit.

Als bedauernswert empfinde ich es lediglich, daß der Lebensrhythmus in unserer Kultur sich eher in Richtung der Normalen und der Eulen hin entwickelt. Der Eulentypus ist cool, der macht die Nächte durch und bekommt auch entsprechendes geboten. Der Normale schafft das auch in einer gewissen Regelmäßigkeit.  Für uns Lerchen ist das natürlich eine echte Herausforderung. So wie für die Normalen und die Eulen ein zu kurzer Schlaf und das frühe Aufstehen eine Herausforderung ist, an deren Nachwehen sie noch den Rest des Tages arbeiten müssen.

Wir Lerchen müssen hingegen morgens auch noch warten, bis die Geschäfte, das Sportstudio und auch das Büro endlich öffnen. Wegen meiner könnte das öffentliche Leben um 5 Uhr morgens starten. Aber auch mit den heute vorherrschenden ekelhaft späten Öffnungszeiten kann man sich arrangieren; wir Minderheiten gewöhnen uns an so etwas.

Nö, liebe Leute, ich bin gerne eine kurzschlafende Lerche. Deswegen muß mich niemand bedauern.


Etwas ist anders

Heute treffen sich einige Jungs (na ja, Jungs, keiner unter 40 Lebensjahren) aus meiner Runde wieder bei uns zum Spielen. Es ist an der Zeit, die schönen alten Doppeldecker wieder zu starten und die Ritter der Lüfte gegeneinander antreten zu lassen. Das sieht dann so aus, wie auf dem angehängten Foto ersichtlich.


Also bin ich in den Metzelsaal gegangen, um diesen für das anstehende Ereignis schon mal grob vorzubereiten. Auf dem Tisch stapelten sich noch einige Kartons, der Wäscheständer verlangte nach einem Umzug und einige Dinge mehr wollten aus dem Weg geräumt werden.

Schließlich holte ich die beiden großen Spielplatten raus und stellte sie hilfsweise zwischen Treppe und dem daneben befindlichen Vorhang ab. Sonst parke ich die Dinger an einer anderen Stelle, aber heute ergab es sich einfach so, daß dieser Platz der praktischste war.

Der geneigte Katzenbesitzer weiß, was nun passiert. Dem bedauernswerten Rest der Menschheit erkläre ich es nachfolgend: Katzen sind Gewohnheitstiere. Alles muß an seinem Platz sein. Wehe, es verändert sich etwas. Irgend etwas. Und wenn sich was verändert, dann nur in einer ihnen bekannten, sich in gewisser Regelmäßigkeit wiederholenden Form.

So wäre es unspektakulär für die Katzenbande gewesen, wenn ich die Spielplatten von ihrer Dauerparkposition in unserem Keller geholt und in dem Metzelsaal neben dem großen, unglaublich bequemen Wildledersessel *schmacht* abgestellt hätte. So wie immer vor einem Spiel. Aber dieses Mal war es eben anders.

Lilly, Marty und Smilla stürmten förmlich hinter den Vorhang, untersuchten die Platten, untersuchten den Vorhang und alles, was sich da sonst noch befand, wie z. B. das Treppengeländer, die Treppenstufen, den Boden… Ich habe nachgeguckt, da war kein Vieh, was man potentiell als Beute hätte ansehen können, nichts. Es war einfach nur, weil etwas ANDERS war als üblich.

Wäre es ein Karton, etwas aus Stoff oder Papier gewesen, hätte man sich auch noch draufgesetzt.

Katzen…


Samstag, 22. September 2012

Yeah!

Heute war der Tag. DER Tag, meine Lieben. Sonst kommt es immer wieder vor, daß ich als Gearschter einen Laden verlasse, aber nicht heute. Denn es war MEIN Tag. Ich war der Arsch. Hemmungslos. Rücksichtslos. Gnadenlos. Ich war gut. Es hat sich auch gut angefühlt. ICH habe mich gut gefühlt.

Ich habe es geschafft, die letzten sechs Flaschen der im Angebot befindlichen Pflanzencreme für mich zu ergattern. Wer nach mir kam, hatte auch endlich mal das Vergnügen, in die Röhre zu gucken.

Oder der Verkäufer hat die Ware bis zum Eintreffen des nächsten Kunden einfach wieder aufgefüllt…



Das Sauerstoff-Experiment

Du weißt, daß der Tag nicht dein Freund ist, wenn du um wieder an atembare Luft zu kommen das Herrenklo im Büro besuchen musst, weil du ansonsten unfreiwilliger Teilnehmer an dem Experiment deiner Kollegin wirst, welches sie unter dem Arbeitstitel "Leben ohne Sauerstoff ist möglich" durchführt.


Von Kronen

Wir leben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Deutschen haben Angst um ihr Kapital und flüchten in die Sachwerte. Der Goldpreis ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Das ist der richtige Moment für mich, um mal wieder Einen raushängen zu lassen. Aber so richtig. Weg mit der Kohle. Was kann also besseres geschehen, als sich von der Zahnärztin seines Vertrauens sagen zu lassen, daß man eine neue Krone benötige? Also nicht sie, sondern ich. So richtig schön glänzend, massiv und aus Gold. Linke Seite, oben, der vorletzte Zahn von hinten.

Als nahezu leidenschaftlicher Zahnarztgänger habe ich in meinen zwischenzeitlich zwei Rabattbüchern mehr Treuestempel als ich eigentlich benötige, so daß mir meine Krankenkasse locker aus der Hüfte den Maximalrabatt gewährt. Doch da wollte ich jetzt eigentlich gar nicht drauf raus.

Jedenfalls war es heute soweit, daß der zu krönende Zahn abgeschliffen werden sollte. Eine Prozedur, die ich schon wiederholt erlebt habe und die mir deutlich weniger ausmacht als alles, was die Dame und ihre verschiedenen Vorgänger bislang mit mir angestellt haben. Sobald wir uns darauf geeinigt hatten, daß es aus langjährig immer wiederkehrender Erfahrung im Interesse aller Beteiligten sinnvoller ist, mir direkt eine höhere Dosis Betäubungsmittel zu verabreichen als einem normalsterblichen Allerweltspatienten und selbiges auch umgesetzt wurde, konnte es losgehen.

Man machte mich darauf aufmerksam, daß es der Fall sein könne, die Prozedur gleich mal kurz unterbrechen zu müssen, weil sich da wohl noch ein Notfall, Ärztin in eigener Sache, angekündigt habe. Kein Problem, Frau Doktor, stört mich nicht. Ernsthaft. So lange die Spitze bei mir wirkt, ist alles ok und ich bin selbst auf dem Zahnarztstuhl einer der friedlichsten Menschen. Ungefähr so, wie unsere Katzen beim Tierarzt. Zumindest diejenigen aus der Katzenbande, mit denen wir das bislang ausprobiert haben.

Während der Zahn so bearbeitet wurde und sich sein Volumen reduzierte, kam sie an eine Stelle, an der die Betäubung nicht so ganz wirkte. Es ist einfach irre, wenn die so richtig in ihre Arbeit vertieft ist, die Assistentin ebenfalls, keiner mit was Bösem rechnet, weil der Patient ja schon die doppelte Dosis Betäubungsmittel erhalten hat, und selbiger dann zusammenzuckt, weil es doch noch geschmerzt hat. Hey, die Mädels haben sich richtig erschreckt; das müsst ihr auch mal versuchen. Die waren echt verdattert. Und es gab noch eine fette dritte Dosis von dem Zeug.

Zwischendurch hörte ich dann von draußen jemanden reinkommen und die Frage meiner Zahnärztin „Ist sie schon da?“ Man verneinte. Etwas später: „Und jetzt?“ Nein, immer noch nicht. Von der anderen Seite kam die breit grinsende Frage, ob man den Termin wegen Verspätung verschieben solle, aber noch bzw. wieder voller guter Laune und in ihrem (oder besser: meinem) Element verneinte Frau Doktor dieses Ansinnen.

Genau in dem Moment, als es soweit war, daß mir wieder Abdrücke genommen werden mussten, was ihre Anwesenheit vorübergehend entbehrlich machte, kam der Hinweis: „Sie ist jetzt da.“ Frau Doktor entschuldigte sich, erklärte, daß sie eben nach nebenan gehe, um schon mal die Betäubung zu setzen. Etwas später kam sie spürbar verstört wieder rein.

„Die war schon vorbetäubt.“

„Wie jetzt?“

„Die hat sich selbst zu Hause schon eine Spitze gesetzt. Ich habe nur noch etwas nachgearbeitet.“

„…“

Gut, ich war zu der Zeit nicht in der Lage, mich in irgendeiner Form an dem Gespräch zu beteiligen, jedoch bereitete mir die Vorstellung, wie eine (vermutlich) an Zahnschmerzen leidende Zahnärztin sich zu Hause vor dem Spiegel irgendwie selbst eine Betäubungsspritze setzt, schon gewisse Irritationen. 



Freitag, 21. September 2012

Der Fernseher

Endlich ist es soweit - der "große" Fernseher (ja, noch so ein Dinosaurier mit Bildröhre, aber immerhin schon mit drahtloser Fernbedienung und Stereoklang) scheint endgültig den Geist aufgegeben zu haben.

Ich bin ernsthaft am überlegen, ob wir einen neuen brauchen. So bewusst hingeguckt habe ich da schon ewig nicht mehr, und die zweitbeste Ehefrau von allen hat auch erzählt, daß sie das Teil schon länger nicht mehr eingeschaltet hat. Also lief er nur als Geräuschkulisse, während man als Mensch der modernen Zeit seinen Laptop im Allgemeinen oder das Internet im Besonderen traktierte und wie blöd immer wieder im ganz Speziellen in das Fratzenbuch starrt in der Hoffnung, daß da endlich wieder was Interessantes passiert. Aber das ist ein anderes, mich sehr nervendes Thema. Jedenfalls war die Nutzung des Fernsehers eher radioähnlich.

Was mich betrifft, brauche ich echt keinen großen Fernseher mehr. Alle Jubeljahre gucke ich mal eine DVD aus meiner Sammlung, und wenn es mal eine Serie sein soll, bieten die verschiedenen Mediatheken der Sender online auch eine gewisse Auswahl. Die Spielekonsole  wird auch nur alle paar Monate mal ausgegraben. Einen großen Bildschirm mit supermegaquadrosourroundundextraverstärktemsubwoofersoundoutput brauche ich auch nicht. Ich bin halt noch mit dem Mono-Empfang aus dem Fernseher, analogem Radio, Musikkassetten und verstaubten, kratzenden LPs aufgewachsen. Also reicht die Bild- und Tonqualität des Laptops / Notebooks oder wie auch immer aus.

Klar, ein kleines Ersatzgerät für die berühmten Notfälle gibt es hier auch, aber das könnte ebenfalls reichen. Hin und wieder ist der mal gut, wenn es was direkt von der Videokamera anzusehen gilt. Es stellt sich nur die Frage: Wenn der alte Schrotthaufen wirklich mal weg ist, haben wir einen leeren Fernsehtisch. Der sieht sehr markant nach Fernsehtisch aus. Nach einem leeren Fernsehtisch. Was kann man da drauf packen, so das er sinnvoll und doch ansehnlich genutzt wird? Ein echtes Problem!

Aber nur deswegen kaufe ich keinen neuen Fernseher.

Und wenn es dann noch gelingt, den Laptop rechtzeitig runterzufahren, könnte man auch wieder mehr Püppies bemalen - so ich mir Platz auf dem Tisch erobern kann - oder mehr Lesen oder was auch immer. Man schränkt sich das Leben schon selbst genug ein. Da habe ich keinen Bock mehr drauf. So wie auf verschiedene andere Dinge auch nicht.

Na, wagen wir das Experiment? Wer hat das schon mal gemacht?


Nachtrag: Nach einer Bedenkzeit von nicht mal zwei Sekunden entschied die zweitbeste Ehefrau von allen, daß ein neuer Fernseher zu unseren dringlichen Grundbedürfnissen gehört.


Donnerstag, 20. September 2012

Gruß aus der Küche - Spaghetti mit Fleischbällchen

Heute ist der Sprich-wie-ein-Pirat-Tag, der höchste Feiertag der Anhänger der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters. Als leidenschaftlicher und zutiefst überzeugter Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft war es mir dem Anlass entsprechend ein Bedürfnis, zu Ehren Seiner Nudeligen Güte ein angemessenes  Mahl zu bereiten und zu verspeisen. Natürlich musste es sich dabei um ein Spaghettigericht handeln. Der wahre Pastafari wählt als Beilage Fleischbällchen.

                                                
In meiner schlichten Art kochte ich eine größere Portion Spaghetti al dente. Das Kochwasser konnte ich einem männertypischen Niveau entsprechend salzen, da die zweitbeste Ehefrau von allen heute aushäusig ist und nicht gedachte, von meinem wunderbaren Mahl einen Anteil für sich zu reklamieren. Wir haben nämlich eine deutlich voneinander abweichende Definition davon, wann etwas versalzen oder zu scharf geworden ist, was schon mal zu kleineren Meinungsverschiedenheiten führt. Da heißt es üblicherweise, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Doch ich schweife ab.

Zu den bissfesten Spaghetti öffnete ich eine Dose Fleischbällchen in Kräutersoße aus dem Hause Feinkost Albrecht. Bitte stürmt jetzt nicht den Laden auf der Suche nach dem geschmacklichen Highlight; es handelt sich um Aktionsware, so daß die Suche ergebnislos verlaufen würde.

Diese Fleischbällchen erhitzte ich gesondert und verteilte sie auf die bereits auf dem Teller wartenden Spaghetti. Dazu gab ich einige Löffel von der Kräutersoße. Fertig. Wie der unvoreingenommene Beobachter erkennt, war mir zu Ehren Seiner Nudeligen Güte heute kein Aufwand zu hoch.

Ramen.



Piraten (1)

Es begab sich aber zu der Zeit, da der Sprich-wie-ein-Pirat-Tag heraufgezogen war, daß der schreckliche Käpt’n Paterfelis zur Mittagszeit seinem persönlichen Leichtmatrosen Sven auftrug, ihm ein ordentliches Mittagessen zu beschaffen. Da man im Hafen festgemacht hatte und es dem Käpt’n nach Dönertier gelüstete, wurde der Leichtmatrose ausgeschickt, nach einem solchen Ausschau zu halten, es zu erlegen und wohlschmeckend bereitet dem Käpt’n zu übereignen.

Schnell einigte man sich darauf, daß an Stelle eines originalen Dönertieres auch ein Lammgetier erlegt werden dürfe. Der Käpt’n äußerte seinen Wunsch, daß der Leichtmatrose das Lammgetier mit einer Schrotflinte erlegen möge, so daß das Fleisch in vorbildlicher Weise in kleine Stücke zerfetzt würde. Der Leichtmatrose schwärmte dem Käpt’n von seinem Entermesser vor, mit welchem er bevorzugt gedachte, das Lammgetier zu zerfetzen, was dem Käpt’n ebenfalls gut gefiel. Also entließ der Käpt’n den Leichtmatrosen voller Vorfreude über das Ergebnis des wohl in Bälde ausgeführten Auftrages.

Nach einer Stunde kehrte der Leichtmatrose Sven panikerfüllt unter dem Teppich langkriechend zu Käpt‘n Paterfelis zurück und beichtete ihm – eine Tasse dampfenden Kaffee in der Hand haltend – seinen Auftrag in Gänze vergessen und somit vermasselt zu haben. Alles Drohen, auch den Leichtmatrosen letztendlich in die Reihe derer zu stellen, die der Käpt’n an diesem Tage ohnehin schon kielholen oder über die Planke schicken wollte, nützte nichts; der Leichtmatrose weigerte sich trotz aller berechtigten Angst, dem Käpt’n durch höchsteigenen Einsatz ein Döner- oder ein Lammgetier zu erlegen und zu beschaffen.

Alleine der Umstand, daß der Käpt’n in dem erhebenden Gedenken an Seine Nudelige Güte, dem fliegenden Spaghettimonster mit Stielaugen und Fleischbällchen, besänftigt wurde, ließ es dazu kommen, daß Leichtmatrose Sven sein künftiges Leben wieder als Schiffsjunge verbringen darf.

ARRRR!


Sonntag, 16. September 2012

Jammergesang

Du weißt, daß der Tag nicht dein Freund ist, wenn das erste Lied, welches im Büro aus dem Radio hämmert, dieser nervtötende Jammergesang von Adele ist und dir deine Kollegin sagt, daß das während deines gesamten Urlaubes nicht ein einziges Mal während der Dienstzeit im Radio lief.


Tarnkatze


Die Herbst- und damit Deckensaison beginnt wieder. Sally liebt die Gefahr - nicht selten hält sie ihr Schläfchen auf einer schwarzen Decke. Wenn man nicht darauf achtet, übersieht man sie da sehr leicht, denn so deutlich wie auf dem durch einen Blitz erhellten Bild sieht das in der Realität nicht aus.